Bővebb ismertető
Vorwort an die Fachleute in der DrogenarbeitErkenntnisse über die Vielfältigkeit von äußeren und inneren Bedingungen, die menschliches Verhalten bestimmen, verdrängen langsam das enge Ursache-Wirkung-Denken der vergangenen Jahre. Zunehmende Überwindung von Fachgrenzen und Hinwendung zur ganzheitlichen Sicht lassen auch in allen Bereichen der Drogenarbeit und -hilfe neue Tendenzen zu fachübergreifenden Konzeptionen zu. Warum hat die neue Sicht der Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele ausgerechnet im sozialen Bereich noch nicht genügend Beachtung gefunden? Die gerade beim jungen Menschen so wichtigen Wechselbeziehungen zu seiner nahen Umwelt, seine durch das soziale Lernen naturgegebenen Bindungen an die Familie (ob diese nun gut oder schlecht ist) werden immer noch viel zu oft unterschätzt, ideologisch verfälscht oder einfach übergangen. Mit dem sauberen Schnitt vom krankmachenden Milieu hat man jedoch nur zu häufig alles andere als die gewünschte Loslösung erreicht! Familie ist ein gewachsenes System, eingebunden in die nächstgrößeren Systeme menschlicher Gesellschaft. Als Träger der Wechselbeziehungen zwischen einzelnen und Gemeinschaft wird sie deswegen von den Erkrankungen beider miterfaßt. Zwar wird man heute der Familie eines Drogen- oder Suchtkranken kaum noch direkt die Schuld geben wie in den ersten zehn Jahren der Drogenwelle, aber das Klischee vom broken home als einer der Hauptursachen überlebt nach wie vor alle gegenteiligen Forschungsergebnisse.Hat sich also wirklich etwas verändert? Wer den Kranken als losgelösten einzelnen sieht, nur ihm mit Verständnis für seine Fehlleistung entgegenkommt, aber seiner Familie keine entsprechende Fehlentwicklung und Miterkrankung zugesteht, verfällt eigentlich doch wieder in das alte Ursache-Wirkungsschema. Familie und Eltern werden dann im Zustand akuter Miterkrankung nach Normalmaß (oft genug nach Idealmaß) gemessen, logischerweise zu leicht befunden und durch andere (wie man ehrlich glaubt) bessere, therapeutische Systeme ersetzt. Liest man die deutsche Fachliteratur, die Veröffentlichungen der zuständigen Organisationen und Verwaltungen:. i II