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Meine liebe Freundin,
mitten in der unwirklichen Ruhe einer ungewöhnlich verschneiten Provence sitze ich an dem kleinen Schreibtisch, den Thierry in unser Schlafzimmer gestellt hat, direkt vor das Fenster. Seine Umstellung war ein liebevolles Zugeständnis an mein ewiges Rückzugsbedürfnis. Heute Morgen nach dem Frühstück hat sich Thierry mit unserem Antiquitätenhändler in Isle-sur-la-Sorgue verabredet. »Ich habe mit Pocquelin telefoniert«, hat er gesagt und mich überschwäng-lich an sich gedrückt. »Angeblich hat er einen Tisch aufgetrieben, der perfekt zu den beiden Stühlen am Eingang passt. Ich schau ihn mir mal an.«
Von meinem friedlichen Winkel aus sehe ich ihn in seinem gemächlichen Gang aufbrechen, betrachte seine breiten, einladenden Schultern, seine zurückhaltende Eleganz und preise den Augenblick, da ich ihn mit tausenden von Büchern und unbeschwerten Erinnerungen in dieses Haus aufgenommen habe. Der Garten wirkt verlassen mit seinen sanften, harmonischen Umrissen und den Bäumen, die sich dem Auge nun vollkommen kahl darbieten. Weißer Puder bedeckt die Terrakottakübel. Der unschuldige Schnee gibt
II