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Wenn Eduard Barrenberg eine Ahnung gehabt hätte, daß seine Familie zum Mittelpunkt öffentlichen Interesses werden würde, wäre er bestimmt nicht nach Ischia in Urlaub gefahren.
Er hatte sich vorgenommen, einmal richtig auszuspannen, sein Rheuma im heißen Sand zu begraben, auch ein wenig Diät zu halten, weil er seinen Gürtel um ein Loch hatte vorstellen müssen, und überhaupt wollte er einmal drei Wochen nichts von der Firma hören, um »neue Kraft für den Kampf gegen die Behörden aufzutanken«, wie er es nannte.
Da, in der zweiten Woche, geschah das Ereignis, ohne daß er es verhindern konnte, denn als es sich anbahnte, hatte er sich gerade in den Poseidon-Thermen massierenlassen, danach gemütlich eine deutsche Zeitung gelesen und sich auf das Abendessen gefreut. Aber schon von weitem, als er den Park seines Hotels betrat, ahnte er nichts Gutes: Auf einem mit blauem Samt bezogenen hohen Podest sah er seine Tochter Monika stehen, in einem goldfarbenen Badeanzug, mit einer Schärpe dekoriert und eine in der Sonne blitzende Messingkrone auf den Haaren. Mindestens zweihundert Menschen applaudierten, eine Filmkamera fuhr auf einer rollenden, von drei Männern gezogenen Plattform auf sie zu; es sah alles so aus, wie es Barrenberg schon einmal im Fernsehen gesehen und ein »idiotisches Affentheater« genannt hatte: eine Mißwahl.
Und schon stürzte sich der Hoteldirektor auf ihn, breitete die Arme aus und beherrschte sich sichtlich, um Barrenberg nicht an seine Brust zu drücken. Er sprach ein gutes Deutsch, aber in der Aufregung vermengte er es mit der Muttersprache.