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EINFÜHRUNG
I. ENTSTEHUNG
den 29' ockt^ gieng meine oper D: Giovanni in scena, und zwar mit dem lautesten beyfall."
Mit diesen paar Worten meldet am 4. November 1787 Mozart selbst aus Prag seinem Wiener Freund Gottfried von Jacquin einen der Höhenpunkteseines Lebens und eins der größten Ereignisse der Operngeschichte.
Die Entstehungsgeschichte des „Don Giovanni" gehört zu den Ruhmesblättern der Stadt Prag. Schon Mozarts „Entführung" war 1783, bald nach der Wiener Aufführung, nach Prag gekommen; im Dezember 1786, also wenig Monate nach Wien, lernten die Prager durch die Bondini'sche Gesellschaft den „Figaro" kennen und bereiteten ihm eine Aufnahme, die noch kein Opernwerk erlangt hatte: „der Enthusiasmus war bisher ohne Beyspiel; man konnte sich nicht genug daran satt hören Figaros Gesänge widerhallten auf den Gassen, in (den) Gärten, ja selbst der Harfenist bey der Bierbank musste sein non piü andrai tönen lassen, wenn er gehört werden wollte." Es ist natürlich, dafe Mozart, bei der Erstaufführung des „Figaro" durch die Wiener nicht verwöhnt, seinen Triumph auskosten wollte und einer Einladung Bondinis Folge leistete. Vom 11. Januar bis in den Februar 1787 hinein weilt er mit Constanze in Prag und schliefet mit Bondini einen Vertrag, für die kommende Spielzeit um 100 Dukaten eine neue Oper zu schreiben. Die Stoffwahl geht angeblich aus
von Lorenzo da Ponte, dem Librettisten des „Figaro"; das heifet, da Ponte hat den Stoff, einen der großen weltliterarischen Vorwürfe, der ihm durch einen frischen venezianischen Erfolg, Bertatis (des Dichters) und Gazzanigas (des Musikers) „Convitato di pietra" in neue Erinnerung gebracht worden war, vorgeschlagen und Mozart hat ihn angenommen. Dennoch ist das Verdienst da Pontes sehr schwer zu schmälern. Auch nicht durch die Erkenntnis, dag Mozarts „Don Giovanni" etwas ganz andres ist als das Libretto da Pontes; Mozarts: der die dramatische Schwäche des Buchs sicherlich auf den ersten Blick erkannte, nämlich die buffonesken Allotria vom Beginn des zweiten Aktes bis zur Kirchhofsszene, und sie heimlich lächelnd tolerierte, weil er wußte, er werde sie durch seine Musik überwinden, weil er hier doppelt intensive, doppelt verzaubernde Musik gleichsam frei werden ließ. Der Rest, die Hauptsache ist ersten Ranges, dramaturgisch und dichterisch; wer Zeriinas und Masettos „Giovinette che fate all' amore" geschrieben hat, ist ein Dichter.
Im Frühjahr und Sommer arbeitet Mozart am „Don Giovanni", da und dort ändernd — so veriangt er von da Ponte nachträglich das Duett am Beginn des zweiten Akts, der ursprünglich mit dem Rezitativ begann. Im Spätsommer, wohl Anfang September, ist er wieder in Prag mit dem größten Teil der Partitur — wir werden später ungefähr sehen,
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