Bővebb ismertető
Einleitung:
Wesen und Aufgabe der Religionswissenschaft
Dieses Buch soll einführen in moderne Religionsforschung bzw. vergleichende Religionswissenschaft und Religions-gesdiichte. Dabei beabsichtigen wir, auch das gegenwärtige religiöse Leben darzustellen. Hinsichtlich der Religionsgeschichte bedeutet das, daß nur die Weltreligionen, die in der Gegenwart leben, und die je ihre besondere Rolle innerhalb der heutigen religiösen Weltlage spielen, dargestellt werden sollen, also: Buddhismus, Hinduismus, Judentum, Christentum und Islam. Wir müssen also schon aus Raummangel darauf verzichten, die untergegangenen Kultur- und Volksreligionen sowie die zahlreichen noch heute lebendigen Religionen der Naturvölker zu behandeln. Zuvor aber bedarf es einer kurzen Klarstellung des Wesens und der Aufgabe der Religionswissenschaft.
Der Ausdruck »Religionswissenschaft« ist jüngeren Datums. Max Müller gebraucht ihn erstmalig 1867. Die Sache selbst aber ist erheblich älter und läßt sich, wie wir zeigen werden, bereits im Altertum feststellen. Doch zuvor muß klargestellt werden, daß alle echte Religionswissenschaft auf eine empirische Tatsachengrundlage bezogen sein muß. Religionswissenschaft ist also keine willkürliche Spekulation über jenseitige Wirklichkeiten, noch auch eine durch angeblich geoffenbarte Dogmen bestimmter Religionen gelenkte theologische Lehre. Die Tatsachengrundlage, die die Basis aller Religionswissenschaften sein muß, liefern die historischen Religionen der Welt in ihren Kultbräuchen und Gottesvorstellungen, ihren ethischen Anschauungen und Glaubenshaltungen. Wenn wir hier von Tatsachen sprechen, so liegt der Tatsachencharakter nicht etwa darin, daß die in den verschiedenen religiösen Traditionen überlieferten Vorstellungen, die mythischen Berichte und die an die Kultpraktiken geknüpften Erwartungen Tatsachen, also objektive Wirk-