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Geleitwort
Wolfram Wettes Anliegen ist nicht nur eine neue Beschreibung der sogenannten »Verstrickung« der Wehrmacht in den Vernichtungskrieg. Er zeigt vielmehr, was mit diesem Begriff zugedeckt wird: nämlich die lange vor 1933 einsetzende Ideologie- und Feindbildentwicklung, die den ideologischen Schulterschluss Wehrmacht -Nationalsozialismus für nationale Gruppierungen als plausible Möglichkeit deutscher Kraftentfaltung sinnvoll gemacht hat.
Dass aus dem in der deutschen Gesellschaft vorhandenen Russlandbild das Feindbild »jüdischer Bolschewismus« wurde, ist nicht nur den Nationalsozialisten zuzuschreiben. Reichswehr, Teile des Bildungsbürgertums, schließlich auch kirchliche Stimmen trugen dazu bei. Der Anteil der Wehrmacht am Holocaust hat hier seine Wurzeln. Ihre Mitwirkung an der Realisierung der Kriegsziele Hitlers im Osten musste nicht erzwungen werden. Die Generale sind nicht »verführt« worden.
Wette bleibt nicht bei abstrakten oder politikwissenschaftlichen Aussagen stehen. Er zeigt den Zusammenhang von politikmächtigen Ideologien mit Handlungsabläufen und mit Entscheidungen militärischer Führer auf verschiedenen Ebenen der Hierarchie, die die Wehrmacht neben den speziellen Organen der Vernichtungsarbeit zum arbeitsteiligen Täter werden ließen.
Was in den meisten Darstellungen des Krieges kaum zu finden ist, nämlich die Haltung des »kleinen Mannes« unter dem Zwang des Befehlsgehorsams, schildert Wette in den Grenzen und Bedingtheiten des NS-Systems. Widerständigkeit aus christlicher Gesinnung konnte kaum auf Beistand bei den beiden großen Kirchen zählen, während die »Zeugen Jehovas« sich bei ihrer Glaubensgemeinschaft aufgehoben wussten, wenn sie den Dienst in der Wehr-