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DER SPIELMANN
Germund zog sich tiefer in den Schatten der Toreinfahrt zurück, obwohl er dort um das schwache Lüftchen kam, das vom Wasserfall her über den Hügel strich. Wenn er wenigstens nicht die neuen Stiefel angezogen hätte! Er verlagerte sein Schwergewicht auf den einen Fuß, um den andern auszuruhen. Es brannte ihm unter den Fußsohlen. Er könnte ja hineingehen und die Stiefel wechseln, aber das war ihm peinlich, weil ibm der Vater abgeraten hatte, die Stiefel anzuziehen. Germund hatte damit auf dem Kirchenhügel Staat machen wollen, um Gertrud zu zeigen, was er für ein Kerl sei. Aber der Vater hatte schon recht gehabt, er hätte sie gut bis zum Herbst aufheben können, wo die Hochzeit stattfinden sollte.
Daß es schon vor Mittsommer so heiß sein konnte! Wie würde es in der Kirche sein, wenn er seinen langen Rock und das Halstuch angelegt hatte? Germund riß Joppe und Weste auf und ließ die Luft durch den Hemdausschnitt über die bloße Haut streichen. Das kühlte. Er hätte sich ja nicht so zeitig anzukleiden brauchen, aber er hatte nicht genau gewußt, wieviel Uhr es gewesen war, als er heute morgen von Gertrud heimkam. In der Bodenkammer des Lars-Ols-Hofes schien die Sonne schon gegen vier Uhr durch die Wandritzen.
Germund lehnte die Stirn gegen die Torwand und seufzte glücklich, während er seine Finger an einer Holzfuge entlanggleiten ließ. Er hatte nicht gewußt, daß es hier auf Erden etwas so Wonniges gab wie diese Nächte in der Bodenkammer bei Gertrud. Es hatte sich so ergeben, daß er häufiger als nur an den Samstagabenden zu ihr ging. Sein Vater sagte nichts darüber,