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„Nun aber raus! R-ausj Ist ja nicht auszuhalten!" Die drei Frauen am Bett der Kreißenden drängen so eilig zur Tür, als erwarteten sie im nächsten Augenblick Prügel. Auch die krumme Frau Rüscher will hinaus. „Rüscher! A-also, Rüscher, du bleibst natürlich hier!" sagt Frau Hardekopf, schon wieder ruhiger. Eine schnelle Sekunde wundert sie sich über ihr „Du". „Rüscher, du wartest hier bei Frieda; ich hol die Hebamme. Laß niemand rein!" Und schon ist Frau Hardekopf draußen. Noch nie ist sie die steile Treppe so schnell hinuntergekommen. Mit langen Schritten eilt sie die Seitenstraße entlang. ,Hat man so was schon erlebt: stehn händeringend herum und jammern! Die Rüscher ist auch so ein Trampeltier!' Zehn Häuser weiter wohnt die Hebamme Niehus, Henriette Niehus, staatlich geschulte und geprüfte Hebamme, die auch Frau Hardekopf bei ihrem Letzten Geburtshilfe geleistet hatte und deren Rat vor Geburten ebenfalls etwas wert war.
Frau Hardekopf reißt an der Klingelschnur. Es hallt wie Kuhglockengebimmel in der Wohnung, aber niemand kommt, um zu öffnen. Abermals wird von ihr die Klingel in Bewegung gesetzt. Niemand meldet sich. „Ist doch ein Skandal!" knurrt sie vor sich hin. „Bei Hebammen hat ständig jemand zu Hause zu sein. Na a-also, der werd ich ja einen Tanz machen."
Was nun? Wieder auf die Straße eilend, überlegt sie, was zu tun ist. Schon befreundet sie sich mit dem Gedanken, es schließlich selber zu versuchen. So ganz unerfahren ist sie nicht. Aber wie leicht konnte eine Komplikation eintreten, vor der man dann ratlos dastand. Nein, eine Hilfe mußte aufgetrieben werden. Natürlich wohnten in der Nähe noch andere Hebammen; sie erinnert sich unklar an Schilder mit der Aufschrift „Geburtshilfe!", aber sie kann sich im Augenblick nicht besinnen, wo sie die gesehen hat. Sie hatte sich