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Die urchristliche Wundertradition [antikvár]

Gottfried Schille

 
Vorwort Seit unserer Jahrhundertwende achtet die Forschung immer sehárfer auf die Gemeinde, welche das Erzáhlungsgut von Jesus weitergereicht hat. Naeh dem ersten Weltkrieg hat W. Bousset, Kyrios Christos, 19212, die These aufgestellt, über eine palástinensische Grundschicht habe sich eine hellenistische Traditionsschicht gelegt. F. Hahn, Christologische Hoheitstitel, 1964, verschárft sie und sucht innerhalb dieser Schichten noch gewisse Typen abzuheben. Ihm gilt das im Judentum Denkbare für áltestes Gestein, wáhrend das...
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Vorwort Seit unserer Jahrhundertwende achtet die Forschung immer sehárfer auf die Gemeinde, welche das Erzáhlungsgut von Jesus weitergereicht hat. Naeh dem ersten Weltkrieg hat W. Bousset, Kyrios Christos, 19212, die These aufgestellt, über eine palástinensische Grundschicht habe sich eine hellenistische Traditionsschicht gelegt. F. Hahn, Christologische Hoheitstitel, 1964, verschárft sie und sucht innerhalb dieser Schichten noch gewisse Typen abzuheben. Ihm gilt das im Judentum Denkbare für áltestes Gestein, wáhrend das Hellenistische" jünger sei. Die Wunder Jesu erscheinen dann meist als sekundáres oder noch spáteres Traditionsgut. Kann man die hellenistische Tradition" tatsáchlich als eine Einheit bezeichnen, wie es R. Bultmann, Theologie des Neuen Testaments, 1953, versucht hat? Und mufí die genauere Differenzierung wirklich zu einer weiteren Bestátigung des gebráuchlichen Bildes vom Gang der áltesten Kirchengeschichte führen? DaB ich geneigt bin, beide Fragen zu verneinen, wird an dem speziellen Problem der neutestamentlichen Wundertradition anschaulich werden. Meine Frage lautet, ob man diese Tradition wie bisher von anderen synoptischen Stoffen abhángig ma* chen darf, z. B. von der Leidensgeschichte, dem Ostergut oder den Worten Jesu (um von der Quelle Q" ganz zu schweigen), oder ob die Wundertradition eine eigenstándige Stoffgruppe darstellt, die einigermaBen selbstándig entstanden und tradiert worden ist, ehe man sie mit anderen Jesus-Erinnerungen verband und auszugleichen suchte. Hier erhebt sich die weitergehende Frage, ob innerhalb der synoptischen Tradition überhaupt verschiedene geschlossene Stoffgruppen mit sehr spezifischen theologischen und religionsgeschichtlichen Eigenarten bestanden habén. Deren Nebeneinander würde uns zu einer völlig neuen Erfassung der Geschichte der ersten christlichen Jahrzehnte zwingen. Diese Untersuchung will dafür einen ersten Grundstein legen. Ich widme das Heft meinem verehrten Lehrer, wobei der Widerspruch als die bessere Form des Dankes für die empfangene historische Ausbildung gelten möchte. Nur der Widerspruch führt uns, vielleicht nur auf Schritte, über das Erreichte hinaus. 9

Termékadatok

Cím: Die urchristliche Wundertradition [antikvár]
Szerző: Gottfried Schille
Kiadó: Evangelische Verlagsanstalt
Kötés: Fűzött papírkötés
Méret: 150 mm x 230 mm
Gottfried Schille művei
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