Bővebb ismertető
Einleitung
üisere Ausstellung und ihr Katalog sind in erster Linie nicht als ein Opfer auf dem Altar des Wiener Genius loci gemeint. Mr haben die Absicht, eine Geschichte der ersten Generationen der ungarischen Kunstgeschichtsschreibung darzustellen, und von diesem Standpunkt aus erschien nicht nur der Hinweis auf Wien begründet, mit dem die ungarische Kunstgeschichte durch so viele Fären verknüpft war, sondern auch eine Abgrenzung von der Wiener Schule, ja ein Vergleich mit ihr, von der bereits bei den Anfängen keineswegs alle Eigentümlichkeiten der ungarischen Kunstgeschichte einfach abgeleitet werden können.
Uns schwebte vielmehr vor, einen Teil der Vorgeschichte unserer Wissenschaft in Ungarn als Beispiel, hinsichtlich der Entwicklung, der Ausbildung sowohl der instituionellen als der gedanklichen Struktur, der Gestaltung der Problematik unseres Faches vorzustellen. Es kann allein von einem Teil die Rede sein, da bereits selbst die hier dargestellte, wesentlich durch Jahreszahle 1850-1930 begrenzte Periode keineswegs vollständig durch Andeutung aller ihrer Bestrebungen vorgestellt werden konnte. Es wurden daher Tendenzen in den Mittelpunkt gerückt, die wir als die Wesentlichsten für die allgemeine Stellung, die Eigentümlichkeiten und z. T. hinsichtlich der Bestrebungen ungarischer Kunstgeschichte der Gegenwart betrachten. Es erschien uns jedoch unvermeidlich, die Kunstgeschichte nicht in ihrer inneren Entwicklung, sondern als gegenüber der Gesellschaft und anderen Bereichen des Geisteslebens offenstehend aufzufassen und zu zeigen. Dieses Verfahren stellte uns vor eine Schwierigkeit: unsere Übersicht wäre selbst wegen sprachlichen Schranken hoffnungslos geworden, wenn wir die ungarische Literatur und Dichtung oder die Zeitgeschichte anzuführen bestrebt gewesen waren. Deshalb haben wir uns eher auf die Vorführung der Wechselbeziehungen von Kunstgeschichte und Kunstleben gestützt -solche Hinweise erschienen auch für eine Ausstellung günstiger.
Selbst bei der Auswahl unseres Materials kamen wir zur Einsicht tiefgreifender Wandel innerhalb unserer Periode. Die hier überblickte Zeitspanne ist zweigeteilt: in ihren Anfängen unternimmt die Kunstgeschichte zahlreiche praktische Aufgaben, wobei ihre historischen Tendenzen wichtige Faktoren der Strömung des Historismus in Kultur und Kunst geworden sind. Diese Rolle der Kunstgeschichte wurde um die Jahrhundertwende endgültig aufgehoben, und als sie zu einer geschlossenen Fachwissenschaft wurde, erschien ihr die Forderung eines Anspruchs auf die Verbindung mit der progressiven und lebendigen Kunst theoretisch begründet. Diese Zweiteilung widerspiegelt das Material unserer Ausstellung ziemlich genau.
Wir sind der Hoffnung, dass durch die hier versammelten Gegenstände die Behauptungen im Katalogtext unterstützt, ja unterstrichen Vierden können. Wir sind nämlich dessen bewusst, dass geistige Erscheinungen immer schwerlich durch Objekte angedeutet werden können, hoffen jedoch - wie wohl alle Kunsthistoriker - auf die Aussagekraft der Anschaulichkeit.