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Samarkand
E
r lenkte den fliegenden Teppich durch die nächtlichen ^ Gassen Samarkands. Geduckt raste er unter niedrigen Brücken hindurch, brach durch Schwärme von Fledermäusen und wich den ausgebeulten Tuchmarkisen über Baikonen und Fenstern aus. Feuchte Wäsche klatschte ihm ins Gesicht, wo sich Leinen zwischen den Hauswänden spannten. Eine angriffslustige Katze sprang von einem Fenstersims auf den Teppich, verhakte sich kreischend im Knüpfwerk und schlug nach ihm, als er sie mit einem Stoß über die flatternden Fransen fegte.
Manchmal schien es Tarik, als bliebe sein eigener Schatten auf den Lehmmauern und Fensterläden zurück, so geschwind jagte er durch die engen Gassen der Altstadt. Schneller als jeder andere, geschickter und ungleich erfahrener. Siegesgewiss, ohne auch nur ein einziges Mal an den Sieg zu denken. Berechnend, ohne auf seine Verfolger Rücksicht zu nehmen. Auf der Flucht vor Erinnerungen, denen er doch nie entrinnen konnte, vor allem in den Morgenstunden, wenn der Triumph über das gewonnene Teppichrennen verebbt war, wenn die Wirkung der billigen Weine nachließ. Dann ein weiteres Rennen. Ein weiterer Sieg. Eine weitere durchzechte Nacht.