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Der Hausbote Mein Onkel Ewald Brinnig war von der schrecklichen Krankheit Geiz befallen. Bei jedem Stück Geld, das er auszugeben gezwungen war, schien er fast unertráglich Schmerzen zu fühlen; denn er stöhnte dabei, und die Finger zitterten im Krampf des Behaltenwollens. Ich war in das Haus des unglücklichen Menschen gekommen, als meine Eltern im Jahre 1840 kurz nacheinander gestorben waren. Wir Kinder wurden damals innerhalb der Verwandtschaft verteilt wie ein Erbgut. Ich entsinne mich des schrecklichen Tages, da lauter mehr oder weniger fremde Leute uns vier verschüchterte Menschlein umstanden hatten, um uns der Nützlichkeit halber abzuschátzen. Ich hatte nicht lange zu warten brauchen. Onkel Ewald Brinnig war nach kurzem Anschauen auf mich zugetreten, hatte meine Muskeln befühlt, mir mit seinen harten Hánden die Wangen betátschelt und gesagt: Komm, Hannes!" Und diese zwei Worte waren für mein ganzes künftiges Leben entscheidend geworden. Onkel Ewald Brinnig betrieb in der Altstadt von Schleswig, nahe beim Hafen, eine Gro^handlung für alle Dinge des táglichen Bedarfs, das düstere Gewölbe enthielt eine Füllé seltsamster Waren, die in Ballen und Kisten verpackt auf Káufer warteten. Als er mich am Tag meines Einzugs an der Hand in jenes Reich eingeführt hatte, fühlte ich mich wie verzaubert. Dem Gewölbe, das zu ebener Erde an einem engen Packhof lag, haftete ein unbeschreiblicher Duft aus Leder, Gewürzen, Salben und Tinkturen an, der mir ferne Lánder, Palmengárten und Basare vorgaukelte. Ich ging zwischen den Stapeln