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Bamberg, September 1626
^^^ er fremdartig gekleidete junge Mann lenkte seinen hochbei-V I nigen Grauschimmel zu einer Stelle am Ufer, wo ein Bäch-C'^ lein in den Fluss mündete. Ein halb geschlossenes Wehr staute das zufließende Wasser zu einem kleinen, stillen Teich, auf dem ein Entenpärchen vor sich hin paddelte. Schwärme winziger Mücken tanzten im milden Licht der herbstlichen Nachmittagssonne. Der Mann in der welschen Tracht sprang ab und heß seine Stute saufen. Sein Blick schweifte derweil umher, und er entdeckte nicht weit entfernt eine alte Buche, deren Äste bis fast auf den Boden hingen. Geduldig wartete er, bis sich sein Pferd sattgetrunken hatte, dann führte er es hinüber zum Baum und kletterte leichtfüßig ein Stück das Geäst hinauf. Von hier oben, dachte er, müsste man es doch schon sehen können!
Er spähte durch das mattgrüne Laub, und tatsächlich, da in der Ferne waren sie, die Hügel, zwischen denen die Stadt lag: Auf dem einen deutlich zu erkennen die wehrhafte Altenburg, auf dem anderen, dem weinbewachsenen Michelsberg, das ehrwürdige Kloster. Und dazwischen der Domberg mit dem riesigen, viertürmigen Kaiserdom, der sich mit würdevoller Majestät über den ziegelroten Hausdächern erhob.
Der junge Mann sprang auf den Boden. Nun war er kurz vor dem Ziel. Er zog den Sattelgurt wieder fester und stieg auf. Noch eine Stunde den Weg an der Regnitz entlang, so schätzte er, dann würde er Bamberg, die alte fränkische Bischofsstadt, erreicht haben.
Vor dem Langgasser Tor passierte der Fremde die Richtstatt. Der Galgen war leer, doch ein paar frisch aufgeworfene Grabhügel zeugten davon, dass die Stadt für Rechtsbrecher keine Gnade kannte. Ein Schwärm Raben fühlte sich von einer streunenden Katze gestört, flatterte auf und flog unter lautem Gekrächze da-