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Über die Berge hob sich die Sonne, leuchtete in kla-rer Majestát in ein freundliches, aber enges Tal und weckte zu fröhlichem Leben die Geschöpfe, die ge-schaffen sind, an der Sonne ihres Lebens sich zu freuen. Aus vergoldetem Waldessaume schmetterte die Amsei ihr Morgenlied, zwischen funkelnden Blumen in perlendem Grase tönte der sehnsüchtigen Wachtel eintönend Minnelied, über dunkeln Tannen tanzten brünstige Kráhen ihren Hochzeitreigen oder kráchzten zártliche Wiegenlieder über die dornich-ten Bettchen ihrer ungefiederten Jungen.
In der Mitte der sonnenreichen Halde hatte die Natúr einen fruchtbaren, beschirmten Boden ein-gegraben; mittendrin stand stattlich und blank ein schönes Haus, eingefafít von einem práchtigen Baum-garten, in welchem noch einige Hochápfelbáume prangten in ihrem spaten Blumenkleide; halb stund das vom Hausbrunnen bewásserte iippige Gras noch, halb war es bereits dem Futtergange zugewandert. Um das Haus lag ein sonntáglicher Glanz, den man mit einigen Besenstrichen, angebracht Samstag abends zwischen Tag und Nacht, nicht zu erzeugen vermag, der ein Zeugnis ist des köstlichen Erbgutes angestammter Reinlichkeit, die alle Tage gepflegt werden mufi, der Familienehre gleich, welcher eine einzige unbewachte Stunde Flecken bringen kann, die Blutflecken gleich unauslöschlich bleiben von Geschlecht zu Geschlecht, jeder Tünche spottend.