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Prolog
Nelly Schwarz starb am letzten Weihnachtsfeiertag.
Sie war früh aufgewacht. Sie hatte schlecht geschlafen. Unten im Hotel gab es drei Diskotheken, ein Spielkasino und eine Videobar. Es war alles nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Das Meer hatte vierzehn Grad. Zu kalt zum Baden. Vom Hotel aus führten endlose Steintreppen hinunter zum Strand. Nelly ging oft frühmorgens hinunter. Sie setzte sich auf einen Stein, blickte über das Wasser oder sammelte ein paar Muscheln auf. Sie mußte ein Jäckchen mitnehmen. Die Sonne schien um diese Zeit nur schwach. Das Hotel war ein unschöner, klobiger Kasten, ganz in Orange, mit genormten Zimmern und dünnen Wänden. Nelly konnte alles hören, was im Nebenzimmer vor sich ging. Tag und Nacht.
Diese jungen Leute, seufzte sie.
Nelly war aufgewacht, weil es plötzlich so still geworden war. Während sie kurz und unruhig geschlafen hatte, waren alle Geräusche verstummt. Sie warf einen Blick auf die Digitalanzeige des am Kopfteil des Bettes eingebauten Radios.
Fünf Uhr siebenundvierzig. Sie stand auf und blickte aus dem Fenster, das sich nicht öffnen ließ. Wegen der KUmaanlage. Der Himmel war rosa gestreift. Das Meer lag durchsichtig weit unten. Nelly zog ihren bunten Kinderbadeanzug an, lila Plastiksandalen und einen kurzen, blumenbedruckten Strandmantel. Sie sah sich im Spiegel: Sie sah älter aus als sechsundsiebzig. Kein Wunder, nach allem, was sie durchgemacht hatte in den letzten Jah-