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Hedwig Fechheimer - Die Plastik der Ägypter [antikvár]

Die Plastik der Ägypter [antikvár]

Hedwig Fechheimer

 
BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DER MODERNEN UND ÄGYPTISCHEN KUNST 1 I. Die künstlerische Entdeckung Ägyptens erfolgte aus zwei Ursachen: den äußeren Anlaß bot die Expedition Napoleons, die eine Erkundung des Landes und seiner Denkmäler einleitete; den tieferen Grund sehen wir in der Verwandtschaft, die das moderne Kunstempfinden mit künstlerischen Grundanschauungen der Ägypter verbindet. Seit der Zeit, da Winckelmann und Goethe und nach ihnen die neuere Ästhetik bis auf Marées und Hildebrand im klassischen Altertum und in der Renaissance...
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BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DER MODERNEN UND ÄGYPTISCHEN KUNST 1 I. Die künstlerische Entdeckung Ägyptens erfolgte aus zwei Ursachen: den äußeren Anlaß bot die Expedition Napoleons, die eine Erkundung des Landes und seiner Denkmäler einleitete; den tieferen Grund sehen wir in der Verwandtschaft, die das moderne Kunstempfinden mit künstlerischen Grundanschauungen der Ägypter verbindet. Seit der Zeit, da Winckelmann und Goethe und nach ihnen die neuere Ästhetik bis auf Marées und Hildebrand im klassischen Altertum und in der Renaissance die höchsten, ja bindenden Kunstäußerungen erkannten, hat sich das Kunstempfinden — sei es durch das Berühren fremder, bis dahin unbekannter Kunstkreise, sei es spontan aus eigener Fähigkeit — erheblich verändert. Künstler suchen das lang vergessene Elementare der Erscheinung und des Sehens auf. Die Maler verwerfen die durch lange Tradition komplizierten Malmittel, sie verwenden reine Farben, schalten den der Plastik entlehnten Gegensatz von Licht und Schatten aus, den sie auf Farbenkontraste reduzieren, oder sie beschränken sich auf einfache konstruktive Kompositionen. Die Architekten verzichten auf die äußerlich erborgten Fassaden und Ornamente früherer Zeiten. Sie suchen einfach und logisch zu konstruieren, die einen auf wesentlich Neues gerichtet, die anderen bemüht, überkommene Formen den heutigen Aufgaben gemäß weiterzubilden. Die Bildhauer streben statt der bewegten „malerischen" Form die geschlossene, streng statuarische an. Auch in der Dichtung beginnt eine reinere Kunstauffassung sich auszuwirken: man opfert ihr das genaue, den Naturwissenschaften entlehnte Beschreiben von Vorgängen und Situationen, die spannende Erfindung, die psychologische Analyse, jedes Beiwerk, das von der Einheit der Kunstschöpfung ablenkt. Und wenn auf dem musikalischen Gebiet das Brechen mit der überlieferten Tonalität, das Ringen um neue Klangwirkungen und Instrumentation, die einem neuen Ausdrucksbedürfnis dienen sollen, alle bisherigen Regeln und Bindungen eher aufzulösen scheinen, so erleben doch gerade die Menschen dieser Zeit leidenschaftlich bewußt die strenge Architektonik der alten Musik. So mußte auch unser Verhältnis zu den Kunstwerken der Vergangenheit sich ändern. Der Klassizismus des 19. Jahrhunderts, der Goethe zu den anfechtbarsten Urteilen über Giotto und Dürer verführte, Schopenhauer die Gotik verachten ließ und eine Reihe nicht unbegabter Künstler unproduktiv. Dieses Buch will das Beste der ägyptischen Kunst, die heute unmittelbar zu wirken beginnt, zeigen. Die Werke der verschiedenen Zeitalter sind nicht nach ihrer historischen oder philologischen Bedeutung, sondern nach ihrem Kunstwert gewählt. Die zum Teil unveröffentlichten Übertragungen aus dem Ägyptischen verdanke ich Herrn Geheimrat Erman und Herrn Professor Sethe. Herrn Professor Schäfer bin ich für seine große Hilfe verpflichtet, die er mir stets bei meinen Studien gewährte. Herrn Geheimrat Borchardt danke ich die Besorgung mehrerer schwieriger Aufnahmen in Sakkara und Kairo und die Überlassung einiger wichtiger Klischees, den Herren Professoren Ed.Meyer, Steindorff, v.Bissing, Capart und G. Benedite die Erlaubnis, verschiedene Aufnahmen benutzen zu dürfen. Hedwig Fechheimer

Termékadatok

Cím: Die Plastik der Ägypter [antikvár]
Szerző: Hedwig Fechheimer
Kiadó: Bruno Cassirer Verlag
Kötés: Fűzött keménykötés
Méret: 190 mm x 250 mm
Hedwig Fechheimer művei
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