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DIE NACHT IM MAI
MUSE: Poet, die Laute nimm und küsse mich,
Der wilde Rosenstrauch will Knospen zeigen; Der Lenz zieht heut ins Land. Der Stürme Reigen Tobt, bis das letzte Nachtgestirn erblich, Und Vöglein wiegen sich auf grünen Zweigen. Poet, die Laute nimm und küsse mich!
POET: Wie wird es dunkel tief im Tale!
Ein Schemen schwebt' mit einemmale, So schien es mir, hoch überm Wald. Er schien dem Wiesengrund entstiegen, Schien übers Gras dahinzufliegen. Wohin mein Träumen sich verstiegen! Und schon verschwindet die Gestalt!
MUSE: Poet, die Laute nimm! In duftgeschwelltem
Schleier
Wiegt auf dem Rasenplan den Wind zur
Ruh die Nacht, Uber der Biene schließt, noch nicht erblüht,
sich scheuer
Die Rose zu, die sie im Sterben trunken macht. Horch, alles schweigt! Der Liebsten sollst
du denken,
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