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Vorwort.
Eem fleißigen AVerke meines Mitarbeiters imd Assistenten Härtel schicke ich gern ein Geleitwort voraus:
AVenn heute neben Brauns Hauptwerk über Lokalanästhesie ein zweites praktisches Handbuch im Rahmen der Neuen Deutschen Chirurgie erscheint, so bedarf dies Ereignis bei der Bedeutung des Stoffes und seiner stets fortschreitenden Ausgestaltung keiner besonderen Begründung, insbesondere nicht, wenn ein Autor die Feder und den Zeichenstift führt, der in den Prinzipien der Lokalanästhesie in der uns gemeinsamen Schule Biers aufgewachsen, der ferner durch fleißig genützte eigene Erfahrung selbst ein Meister der Technik geworden, und der endlich durch selbständiges originelles Schaiien auf diesem Gebiete zu einem genannten Forscher des Faches gediehen ist.
Hier legt Härtel dem praktisch chirurgisch arbeitenden Arzte ein gut durchgearbeitetes Buch vor, das originell ist, trotzdem die Methoden größtenteils längst Allgemeingut sind; er richtet seinen Blick durchaus auf die praktische Brauchbarkeit; die historische Entwicklung läßt er zurücktreten, ohne dabei die wissenschaftlichen Grundlagen zu übergehen, er vertritt den modernsten Standpunkt, ohne sich auf Hypothetisches einzulassen. Ausgezeichnet und vielfach ganz neuartig muten die ana-tomisch-topographischen Studien Härtels und die ihnen entspringenden Bilder an, sowie die Gesichtspunkte seiner tabellarischen Darstellungen.
Die chirurgische Universitätsklinik in Halle, aus der das Buch hervorgeht, gibt ihm die besten AVünsche für seinen A\'eg mit.
Halle a. d. Saale, ajn 1. Juni 1916.
Prof. Dr. V. Schmieden.
Vorwort des Yerfassers.
• In der vorliegenden Bearbeitung der Lokalanästhesie geht mein Bestreben in erster Linie dahin, für den praktischen Chirurgen ein übersichtliches Lehr- und Nachschlagebuch zu schaffen. Während das praktisch Brauchbare, Technische breit zum Wort kommen soll, ist die Theorie nur insoweit berücksichtigt, als sie zum Verständnis unseres Handelns notwendig ist. Zahlreiche Tabellen sollen den raschen Einblick in unentbehrliche Tatsachenreihen der Geschichte, Anatomie, Pharmakologie usw. erleichtern.
Die Darstellung der Technik folgt unter Berücksichtigung der älteren und neueren Literatur in den Hauptzügen den Lehren Brauns, dessen persönliche Anleitung und Beratung Verfasser mehrfach dankbar erfahren durfte. In den Einzelheiten sind mehrjährige eigene Studien und Erfahrungen maßgebend geworden, welche ich als Assistent von Geheimrat Bier und Professor Schmieden in reichlichem Maße zu machen Gelegenheit hatte. Der anatomisch-technischen Bearbeitung des Tri-geminusgebiets liegen bereits veröffentlichte Studien zugrunde, welche von mir im anatomischen Institut von Geheimrat W a 1 d e y e r unter freundlicher Beratung von Professor Hein ausgeführt wurden. Die anatomische Bearbeitung der anderen Kapitel wurde im Institut von Geheimrat R o u x unter gütiger Mitwirkung von Professor E i s 1 e r vorgenommen: durch den Kriegsausbruch sind diese Arbeiten allerdings nicht zum völligen Abschluß gelangt.
Allen hier genannten Herren sei für die überaus entgegenkommende Förderung meiner Arbeiten herzlich gedankt!
Nur die Lokalanästhesie im engeren Sinne, d. h. alle Maßnahmen, welche zur örtlichen Betäubung bei Operationen dienen, sollen besprochen werden; verwandte Aufgaben der Lokalanästhesie in der Therapie, z. B. die Behandlung der Neuralgien (Alkoholinjektionen), der Geschwüre (Orthoform), der Entzündung usw., können nur erwähnend gestreift werden. Der Lumbalanästhesie ist nur insoweit gedacht, als sich das bei der nahen Verwandtschaft der Gebiete nicht ver-