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Erste Begegnung
Montag, 19. September
Gegen 12 Uhr steigen Andreas Struth und ich, nachdem wir unten geklingelt haben, die Treppen in den vierten Stock eines Mietshauses in der Rohrbachstraße hinauf. Wir wollen zu David Hagen-reuther, der einen Homeworker von der Frankfurter AIDS-Hilfe haben möchte, um in seiner Freizeit etwas mit ihm zu unternehmen. Andreas, unser Organisator, hat vor Kurzem schon einmal mit David darüber gesprochen und dabei an mich gedacht. Danach haben wir in der Gruppe darüber geredet, und ich habe mich entschlossen, es zu versuchen.
David öffnet uns die Tür zur Wohnung, die er mit seinem Freund René teilt. Er führt uns in die mit allerlei Utensilien ziemlich voll gestellte Küche, wo wir uns zusammen an einen langen, rechteckigen, mit verschiedensten Dingen zugepackten Tisch setzen. Er kauert uns gegenüber, Kopf und Oberkörper nach vom gebeugt, die Arme auf den Tisch gestützt, auf einem Stuhl an der Querseite gegenüber dem Fenster sitzend, vor sich eine Batterie von Tablettenröhrchen. Er ist am ganzen Körper abgemagert, das Gesicht hager und ledern mit starker, ungewöhnlich breiter Nase. Er ist, wie wir wissen, fast vollständig erblindet. Auf dem rechten Auge, welches zuerst an Sehkraft verlor, vollständig und auf dem linken Auge, es hat noch zwei bis vier Prozent Sehkraft, beinahe. Er sieht noch Schattenhaftes, sagt er,