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Dr. Gerd Diesselhorst - Die letzten Paradiese [antikvár]
 
SIEBEN JAHRE FILMARBEIT AUF ALLEN KONTINENTEN Ununterbrochen schlägt das Meer auf die Klippen und Riffe vor der Neufundlandküste. Ein steifet Wind bläst den salzhaltigen Gischt wie Schneeflocken auf die kahlen Felsen. Selten ist die See ruhig in diesem sturmgepeitschten und nebelverhangenen Wetterwinkel des nordatlantischen Ozeans. Seit Seefahret denken, wirft sie ihre schäumende Brandung an die zerklüftete Küste. Ein Fischerboot, schwankend wie eine Nußschale, tanzt durch diesen Hexenkessel. Man schreibt das Jahr 1578. In einer...
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SIEBEN JAHRE FILMARBEIT AUF ALLEN KONTINENTEN Ununterbrochen schlägt das Meer auf die Klippen und Riffe vor der Neufundlandküste. Ein steifet Wind bläst den salzhaltigen Gischt wie Schneeflocken auf die kahlen Felsen. Selten ist die See ruhig in diesem sturmgepeitschten und nebelverhangenen Wetterwinkel des nordatlantischen Ozeans. Seit Seefahret denken, wirft sie ihre schäumende Brandung an die zerklüftete Küste. Ein Fischerboot, schwankend wie eine Nußschale, tanzt durch diesen Hexenkessel. Man schreibt das Jahr 1578. In einer kleinen, vor der Wut des Meeres geschützten Bucht hinter niedrigen Felsen macht das Boot halt. Einige rauhbärtige Männer springen an Land. Hunderte von großen, schwarzweißen Vögeln, jeder so hoch wie eine Gans, stehen dicht gedrängt auf den Steinen und sehen arglos zu, wie sie das Boot jetzt festzurren, schwere Holzplanken auslegen und mit ihnen eine zwar schwankende, aber haltbare Brücke an Land schlagen. Die Vögel fliegen nicht davon, sie sind des Fliegens unkundig. Die Natur hat ihnen die Flügel nicht zum Fliegen gegeben, sondern nur zum Schwimmen und Tauchen. Diese flugunfähigen und gar nicht scheuen Vögel sind Riesenalke, die größten aus dieser Familie. Sie sehen aus wie Pinguine, sind aber keine; noch nie hat es Pinguine avif der nördlichen Erdhalbkugel gegeben. Den Fischern und Seeleuten jener Zeit ist das auch völlig gleichgültig. Für sie sind die Riesenalke nichts als eine Beute, groß und fett, und weil sie nicht fliegen können, leicht zu erlegen. Mit Knüppeln bewaffnet, umrunden die Männer die noch immer furchtlos blickenden Vögel, zingeln sie ein. Als sie dann laut grölend anfangen, auf die Tiere einzuschlagen, und sie noch enger zusammentreiben, setzen sich die Alke allmählich in Bewegung, aber ohne sich auch nur im geringsten zu wehren oder die Männer anzugreifen. Manch einer von den Vögeln wird dabei erschlagen; die rücksichtslosen Männer kennen kein Erbarmen. In einer großen Herde treiben sie die armen Tiere über die schwankenden Planken auf ihr Boot, soviel dieses nur fassen kann. Den Rest treten und stoßen sie beiseite, zurück auf die Klippe, hinunter ins Wasser. Was kümmert es sie, wie viele dabei noch umkommen. Die sie hier zusammengetrieben haben, gehen ja dem gleichen Schicksal entgegen. Sie müssen sich, det Einfachheit halber, nur mit eigener Kraft noch dorthin begeben, wo ihre letzte Stunde schlägt. Wozu sich mit ihnen abschleppen? Dann verschwindet das schwerbeladene Boot, Hunderte von Riesenalken an Bord, die bald darauf, abgehäutet und eingesalzen, als wertvoller und dauerhafter Proviant dienen werden. Seit Menschengedenken wiederholte sich dieses grausame Abschlachten, Jahrzehnte, Jahrhunderte hindurch. Nicht nur an der Neufundlandküste, sondern auch auf den Klippen um Island; überall dort, wo es »Geierfugl« gab. Als dann die Dampfmaschine die Schiffe antrieb, wurden die fetthaltigen Vögel sogar als Heizmaterial für Schiffskessel verwendet. Holz und Kohle waren teurer. 1831 wurden auf der Klippe von Eldey bei Island noch 24 Riesenalke erbeutet. Im Jahr 1844 nur noch zwei, wahrscheinlich die letzten Exemplare dieser Vogelart überhaupt. Nur etwa 80 Bälge und Stopf-

Termékadatok

Cím: Die letzten Paradiese [antikvár]
Szerző: Dr. Gerd Diesselhorst , Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeldt , Dr. Theodor Haltenorth , Eugen Schuhmacher Prof. Dr. Walter Hellmich
Kiadó: Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH
Kötés: Ragasztott kemény kötés
Méret: 210 mm x 280 mm
Dr. Gerd Diesselhorst művei
Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeldt művei
Dr. Theodor Haltenorth művei
Eugen Schuhmacher művei
Prof. Dr. Walter Hellmich művei
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