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Leopold Schmidt - Die Kunst der Namenlosen [antikvár]

Die Kunst der Namenlosen [antikvár]

Leopold Schmidt

 
i.j-'.^-l—-i il-' ---1' - t. t 1, i J 1 J. 1 ¦ ^ : Wiens Vorstädte waren ganz ländlich. Rund um das Schloß Hernais gab es nur Weingärten Volkskunst, das heißt in diesem Fall bildende Volkskunst, ist die Kunst der Namenlosen. Die Ausstattung ungezählter Gelegenheiten und Dinge des täglichen wie des festlichen Lebens erfolgt nidit im Namen der individualistisdien Kunst, sondern sozusagen im Auftrag der Gemeinschaft. Diese Art von Volkskunst ist im allgemeinen aus dem bäuerlichen, dem dörflichen Bereich bekannt. Wenn man bemalte...
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i.j-'.^-l—-i il-' ---1' - t. t 1, i J 1 J. 1 ¦ ^ : Wiens Vorstädte waren ganz ländlich. Rund um das Schloß Hernais gab es nur Weingärten Volkskunst, das heißt in diesem Fall bildende Volkskunst, ist die Kunst der Namenlosen. Die Ausstattung ungezählter Gelegenheiten und Dinge des täglichen wie des festlichen Lebens erfolgt nidit im Namen der individualistisdien Kunst, sondern sozusagen im Auftrag der Gemeinschaft. Diese Art von Volkskunst ist im allgemeinen aus dem bäuerlichen, dem dörflichen Bereich bekannt. Wenn man bemalte Möbel oder geschmiedete Pfannenhalter, be-sdinitzte Arbeitsgeräte oder ähnlich gestaltetes Gebrauchsgut, vor allem aus alter Zeit, vor sich sieht, denkt man immer zuerst an eine Herkunft vom Dorf, von Bauern in den Bergen und Weingärten, womöglich fern der Stadt. In Wirklichkeit war oind ist audi das Stadtvolk an derartiger Volkskunst beteiligt. Viele volkskünstlerische Erscheinungen, deren letzte Reste man heute auf den Bauernhöfen sammelt, sind sogar in irgendeiner Form von der Stadt, von städtischen Handwerkern und Kleinkünstlern ausgegangen. Es hat sidi nur gewissermaßen die Mauer der tedinisdien Zivilisation zwischen den Besitzer solcher Dinge und den Betrachter geschoben, die städtisdie Volkskunst hat sidi mehr und mehr in die Intimität der Familie, der Wohnungen, ja des Schrebergartens zurückgezogen. Die enge Verbundenheit von Stadt und Land in älterer Zeit wird sofort verständlich, wenn man bedenkt, daß Wien als Großstadt nicht alt ist: Es war wohl schon im 18. Jahrhundert eine bedeutende Weltstadt, aber seine Bürger waren noch vielfach Acker- und Weinbürger, hatten also Felder und Weingärten, oft direkt an die inneren Vorstädte anschließend. Diese Vorstädte bestanden meist aus den Resten von Dörfern, deren bäuerliche Häuser mit Schlössern und Meierhöfen von Klöstern abwechselten. Die äußeren Vorstädte waren so gut wie ganz ländlich, rund um das Schloß Hernais beispielsweise gab es nur Weingärten. Die Vorstädte erzählen mit ihren Namen noch von diesen Zusammenhängen: Ein Teil des 6. Bezirkes heißt Gumpendorf, ein Teil des 8. Lerchenfeld, von den heute noch dörflich anmutenden Siedlungen am Rand Schloß Hernais mit Weingärten. KupferHich 17. ]h. Frau in Tracht. Lebzehenmodel

Termékadatok

Cím: Die Kunst der Namenlosen [antikvár]
Szerző: Leopold Schmidt
Kiadó: Verlag das Bergland-Buch
Kötés: Varrott papírkötés
Méret: 150 mm x 180 mm
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