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ERSTER GESANG Über die wo hl an standige Liebschaft König Kar Is des Siebenten mit Ágnes Soréi, die Belagerung von Orleans und die Erscheinung des heiligen Dionysius. ZAVAR stand's in ineinen Sterilen nicht geschrieben, daB ich mit meiner schwachen und - ich will's gestehn - auch stark profánén Stiinme jemals Heilige lobpreisen würde. Und dennoch drangt es mich, Johanna zu besingen, welche - so heifit es wenigstens - eiu Gotteswunder tat, und dérén tapferer Műt, trotz weiblichen Gesichts und Rock und Mieder, dem Ritter Roland glich. Mit jungfraulichen Handen schützte sie ihren Herrn und König vor dér anglikanischen Wut und pflanzte an demTage, da er in Reiins am Hauptaltar hinkniend sich zuin Herrscher salben lieB, dem gallikanischen Bódén jené Lilién wieder ein, die jener Feind mit roher Hand ihm sclion entrissen glaubte. Will icli's auch nicht verhelden, daB mir zűr Nacht die lammesgleiche Unschuld mehr gefallt, die sich mir ohne kriegerischen Widerstand ergibt, so bleibt doch dies bestehn: Johanna war ein Löwenherz. Und ihr, die ihr dies hier in diesem Buch vermerkt lest, werdet es erkennen und über ihre Tatén neu erzittern. Und wohl das gröfite aller Wunder war, daB sie ein ganzes Jahr hindurch sich ihren Jungfernkranz nicht rauben lieB. Zűr Zeit dér heiligen Ostern hatte dér gute König Kari, als er in seinen Blütejahren sich einst zu Tours aufhielt und dórt als leidenschaftlicher Liebhaber dér Tanzfeste von Ball zu Balle eilte, eine Schönheit ausfindig gemacht, die sich Ágnes Soréi benanntc. Kauin eine unter allén Nyinphen an dem Thron dér Liebesgöttin gab es, die ihr glich. Ihr war die Jugend Floras eigen, dér luftigen Waldesnyinphen Wesen sowie Venus' zauberhafter Reiz. Ihr Antlitz lieB dér Liebe Gluten selig ahnden; kunstfertig war sie wie Arachne, und ihr Sang durchdrang die Garten wie dér süfie Silberbann von himmlischen Sirenen. Allmachtig war sie, Herrscherin im Reiche