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BLONDE HEXE 1950
Die ganze Sache fing vor etwa zwei Jahren an. Ich hatte damals in einer Kreisstadt zu tun, die an der Oder liegt. Mein Betrieb hatte mich hingeschickt, ich sollte mit der Schiffahrtsgesellschaft verhandeln wegen der Schlepper. Nun, du weißt, wie das so ist: am Sonnabendabend ging ich mit einigen von den Jungens aus. Viel Auswahl ist ja da nicht: eine einzige Kneipe, und im Kellergeschoß haben sie einen großen Saal, wo zwei- oder dreimal in der Woche getanzt wird. Die Schiffer vor allem gehen hin, deren gelb und rot gestrichene Kähne unten im alten Hafen liegen.
Also wir kommen zum „Silberanker", und vorn, wo die Treppen zum Saal hinunterführen, steht ein Tisch, man muß Eintritt zahlen, es kostet einssiebzig. Eine ganze Meute Mädchen drängt sich immer davor, die verdienen ja wenig als Ungelernte, und da warten sie, ob nicht einer von den Jungens sie mit reinnimmt. Mir ist da gleich eine aufgefallen, eine lange Blonde, ein bißchen knochig, ein bißchen schlenkrig, aber ein hübsches offenes Gesicht hatte sie.
Wir gehen also durch und setzen uns hin und tanzen, und nach einer Weile sehe ich, die Blonde ist drin und tanzt; muß sie einer reingeholt haben. Lauter Jugend war im Saal, die Schiff er jungens eben und die vom Sägewerk, von der Ziegelei, die Arbeiterinnen von der Reparaturwerft und sonst welche. Wir saßen grad an der Tanzfläche, und wie die Blonde mal immer wieder an mir vorbeiwalzert und ich sie anschaue, seh ich, daß sie