Bővebb ismertető
Zur Einführung
Religion ist die im Erkennen, Denken, Fühlen, Wollen und Handeln betätigte Überzeugung von der Wirksamkeit persönlicher oder unpersönlicher transzendenter Mächte. Die ethischen Hochreligionen verbinden diese Überzeugung mit dem Glauben an eine sittliche Ordnung der Welt; dieser Glaube findet in der Vorstellung von einer sittlichen Verantwortung für das Handeln, von einer gerechten Vergeltung allen Tuns und von der Möglichkeit eines Fortschrittes zur höchsten Vollkommenheit seinen Ausdruck. Derartige ethische Hochreligionen gibt es heute acht: den Brahmanismus oder Hinduismus, den Jainismus, den Buddhismus, den chinesischen Universismus, den Pärsismus, das Judentum, das Christentum und den Islam. Von diesen haben der Hinduismus, der Buddhismus, der Universismus, das Christentum und der Islam Hunderte von Millionen Bekennern, die zusammen neun Zehntel der religiösen Menschheit ausmachen. Ihre Lehren und Lebensformen darzustellen ist die Aufgabe dieses Buches. Die fünf großen Religionen scheiden sich in zwei Gruppen: in solche, die östlich, und solche, die westlich vom Hindukush entstanden sind. Die östlichen lassen sich als »Religionen des ewigen Weltgesetzes« charakterisieren, weil nach ihnen die Welt ewig ist; sie hat keinen ersten Anfang und kein definitives Ende, sondern erneuert sich unaufhörlich im Wege sukzessiven, wechselnden Entstehens und Vergehens. Sie wird von einer ihr immanenten Gesetzlichkeit beherrscht, die von selbst alles Geschehen in ihr bedingt. Es ist dabei von sekundärer Bedeutung, ob ein unpersönliches Weltgesetz das höchste Prinzip alles Werdens darstellt oder ob dieses als die Manifestation einer über und in der Welt waltenden Gottheit angesehen wird. Die westlichen Religionen der »geschichtlichen Gottesoffenbarung« machen hingegen die Existenz des Kosmos und seiner Bewohner von dem Wirken eines von der Welt verschiedenen und ihr unendlich überlegenen persönlichen Gottes abhängig, der alles aus dem Nichts ins Dasein gerufen hat und alles autonom mit unbeschränkter Machtvollkommenheit, gemäß seinem unerforschlichen Ratschluß, nach einem festen Plan regiert. Für sie ist die Welt einmal zu einem bestimmten Zeitpunkt geschaffen worden und wird auch einmal ein Ende finden. In der Zeitspanne zwischen der Weltschöpfung und dem Weltende verläuft einmalig und unwiederholbar der historische Prozeß der Weltgeschichte. Die tiefgreifende Verschiedenheit der beiden Auffassungen liegt auf der Hand. Die erstere betrachtet die Welt »sub specie aeternitatis«, alle geschichtlichen Ereignisse haben für sie nur eine