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Neutestamentliche Zeitgeschichte" ist der Name einer wichtigen theologischen Hilfswissenschaft. Ihre Aufgabe ist es, die allgemeinen, kulturellen, geistigen und religiösen Verhältnisse, in deren Mitte das Neue Testament entstand, zum besseren Verständnis Jesu und seiner Apostel heranzuziehen. Dabei geht es naturgemäß in erster Linie um die Religion und die Kultur der damaligen Juden.Nun wußten wir bisher über das Judentum der letzten vorchristlichen Jahrhunderte und des Zeitalters Christi verhältnismäßig wenig. Darum erregte es großes Aufsehen, als 1947 bekannt wurde, es seien in Höhlen in der Gegend des Toten Meeres alte Schriften gefunden worden, die über eine jüdische Sektengemeinde vor Jesus, zu seiner Zeit und darüber hinaus Aufschluß geben. Für die Wissenschaft vom Judentum und für die neutestamentliche "Wissenschaft wurde geradezu eine neue Epoche angekündigt, und damit wurde kaum zuviel gesagt. Aber wie es in solchen Fällen zu gehen pflegt: die Sensationslust bemächtigte sich der Neuigkeit. Vieles wurde übertrieben, voreilige Schlüsse wurden gezogen und kühne Behauptungen wurden ohne sachverständige Prüfung in die Welt gesetzt: Christus habe einen Vorgänger am Kreuz gehabt; man habe jetzt Einblick in die Hintergründe der Entstehung des Christentums gewonnen; dieses sei nur der Abklatsch einer wenig älteren jüdischen Sekte und was dergleichen Entstellungen mehr waren. Die Folge war eine Beunruhigung der gläubigen Gemeinde, zu der tatsächlich kein Grund vorhanden war, und auf der Gegenseite ein Siegesgefühl, das in Wahrheit ebenso unbegründet und unberechtigt war.Inzwischen ist die archäologische Erforschung der Fundgegend fortgesetzt worden und 1959 zum Abschluß gekommen. Die aufgefundenen Schriften sind entziffert, größtenteils veröffentlicht, übersetzt und kommentiert worden. Damit ist die Behandlung der durch die Fundef-i>