Bővebb ismertető
Vorwort Jbines der Ruhmesblátter in der Geschichte der Dresdner Galerie ist mit dem Narnen Johann Joachim Winckelmann überschrieben. Als der Begründer der neueren Kunstwissenschaft nach Dresden kam, war er ein Literaturkenner und Bibliothekar. Die Begegnung mit den an der Elbe zusammengetragenen Meisterwerken der Maierei und Plastik begeisterte ihn für die bildende Kunst und gab seinem Schaffen die Richtung. In seinem Erstlingsbuch, der Programmschrift des revolutionáren Klassizismus, die in lebendiger Auseinandersetzung mit den Dresdner Museumsschátzen entstanden ist, liegt nach dem Urteil Herders die ganze Knospe von Winckelmanns Seele": Was Winckelmann in Rom sehen sollte und wollte, trug er schon in sich." WeiB man, wie tief das von Winckelmann entworfene Schönheitsideal die Kunstanschauungen der deutschen Klassik beeinflufit hat und wie nachhaltig es durch dieses Médium bis in die Gegenwart wirkt, so kann man daran ermessen, was der Besitz einer Kunstsammlung vom Rang der Dresdner Galerie für die Kultur eines Volkes bedeutet. Ásthetische Fortschritte und stilistische Veránderungen, Umwálzungen auf den Gebieten der Künste, der Kunstpádagogik und der Kunstgeschichte entzünden sich an einer solchen Konzentration der künstlerischen Qualitát oder gewinnen aus ihr die Vorbilder, deren sie jeweils bedürfen. Die Impulse, die in rund zweieinhalb Jahrhunderten von den Dresdner Gemálden ausgegangen sind, waren durch den faschistischen Krieg und seine Folgen unterbrochen. Nach der Wiedereröffnung der Galerie werden sie sich erneuern und verstárken. Was unter den einengenden Bedingungen des feudalabsolutistischen Zeitalters begonnen hat, wird auf der breiten demokratischen Grundlage unseres kulturellen Lebens wachsen und sich reicher entfalten als damals. Um von Kunstwerken", so sagt Goethe, eigentlich und mit wahrem Nutzen für sich und andere zu sprechen, sollte es freilich nur in Gegenwart derselben geschehen. Alles kommt aufs Anschauen an, es kommt darauf an, dafi bei dem Wort, wodurch man ein Kunstwerk zu erláutern hofft, das Bestimmteste gedacht werde, weil sonst gar nichts gedacht wird." In den Gespráchen und Streitgespráchen über die bildende Kunst, die in der Deutschen Demokratischen Republik mit einem seit Jahren unerlahmten Eifer geführt werden, wurde und wird der weise Inhalt dieser Maximé oft genug vernachlassigt. Schuld daran ist nicht zuletzt die Spaltung unseres Vaterlandes, die die Künstler, Kunsthistoriker und Kunstfreunde des deutschen Arbeiterund-Bauernstaates vom Studium eines grofíen Teiles des deutschen Museumsgutes ausschliefit. Es ist nicht leicht, über Raffael, Tizian, Rubens und Rembrandt zu diskutieren, wenn man nicht wenigstens einige ihrer Bilder im Originál gesehen hat. Und es bringt wenig Nutzen, von den S