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Seit Jahr und Tag wohne ich nun in Schlaggenbergs einstmaligem Zimmer.
Es ist eine Mansarde, jedoch darf man dabei an kein ärmliches Quartier denken. Er pflegte in der letzten Zeit, die er noch in Wien und in unserer Gartenvorstadt hier verlebte, seltsamerweise stets in Malerateliers zu hausen, und bewies in der Auffindung von reizenden Wohnungen dieser Art großes Geschick - erstmalig, als er, knapp bevor sein Lehrer Kyrill Scolander aus Südfrankreich wieder hierher kam, für jenen ein geeignetes Zimmer suchen mußte: das Ergebnis war das erste und vielleicht schönste von , Schlaggenbergs Ateliers' (wie wir's später nannten) - welche im übrigen seine einzige Beziehung zur Malerei darstellten, denn von dieser selbst hat er, wie mir schien, nie viel verstanden, oder sich darum ebensowenig bekümmert als etwa um das Theater. Bei Scolander indessen, dem damals zu Wien eine Professur angeboten worden war, gewann der Raum für die Berufsarbeit Bedeutung, wenngleich ihm ja auch der Staat nunmehr eine geeignete Werkstatt zur Verfügung stellen mußte. Las man übrigens Schlaggenbergs schon vordem in den Buchhandel gekommene Biographie seines Lehrers, so mußte man den falschen Eindruck gewinnen, daß jener sozusagen nur nebenher male: denn verglichen mit den Schriften Scolanders, welche mit einiger Ausführlichkeit dort betrachtet werden, erscheinen die malerischen Arbeiten fast nachlässig behandelt.
Es ist also das letzte von ,Schlaggenbergs Ateliers', womit ich ihn gewissermaßen beerbt habe, das zuletzt von ihm bewohnte; der Raum ist kleiner als jener, den Scolander einst innehatte, jedoch scheint mir dafür diesem kleineren Räume mehr Behagen zu eignen.
Man sieht weit aus durch die schrägen Fenster. Das doppelt verglaste OberUcht läßt einen Katarakt von Helligkeit herabstürzen. Man sitzt hoch wie auf dem Gefechtsstande eines Artil-