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Die Bilder des Jahrhunderts [antikvár]

Guido Knopp

 
Guido Knopp Die Bilder des Jahrhunderts | Das 20. Jahrhundert hat der Menschheit ihre schlechtesten und schönsten Möglichkeiten offenbart. Es war das Jahrhundert von Hitler und Gandhi, Einstein und Hiroshima, von Auschwitz und der Mondlandung. Es hat gezeigt, was dieser schöne blaue Planet sein kann, wenn nicht nur Mut und wissenschaftliche Vernunft regieren, sondern obendrein auch Menschlichkeit und Liebe. Aber es hat auch gezeigt, wozu die Menschen technisch und moralisch fähig sind: zu allem - auch dazu, ihresgleichen...
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Guido Knopp Die Bilder des Jahrhunderts | Das 20. Jahrhundert hat der Menschheit ihre schlechtesten und schönsten Möglichkeiten offenbart. Es war das Jahrhundert von Hitler und Gandhi, Einstein und Hiroshima, von Auschwitz und der Mondlandung. Es hat gezeigt, was dieser schöne blaue Planet sein kann, wenn nicht nur Mut und wissenschaftliche Vernunft regieren, sondern obendrein auch Menschlichkeit und Liebe. Aber es hat auch gezeigt, wozu die Menschen technisch und moralisch fähig sind: zu allem - auch dazu, ihresgleichen auszulöschen. Nichts führt die Kontraste dieser 100 Jahre deutlicher, bewegender vor Augen als die großen Bilder des Jahrhunderts. Erstmals in der Geschichte der Menschheit ist es möglich, ein gesamtes Jahrhundert in Bildern wiederzugeben. Fast jedes historische Ereignis, jeder schicksalhafte Augenblick sind fotografisch dokumentiert, auf Zelluloid gebannt. Das 20. Jahrhundert liefert mit der flächendeckenden Verbreitung von Fotografie und Film in überreichem Maße jene Bilder, die Geschichte machten. Momentaufnahmen von Liebe und Schmerz, Trauer und Freude, Angst und Haß. Es sind oft Bilder, die die Wendepunkte des Zentenniums einfangen. Etwa das Foto jener unbekannten schönen Frau, die Anfang August 1914 in Berlin ihren blumenbekränzten Mann jubelnd ins Feld verabschiedet: Niemand ahnte, daß in diesen Tagen auch das 19. Jahrhundert endete, das den Menschen in Europa eine lange Friedenszeit beschert hatte; und niemand ahnte, daß das 20. Jahrhundert nun erst wirklich begann: mit einem drei Jahrzehnte währenden Bürgerkrieg, der den alten Kontinent zerrüttete: 1914 bis 1945, der 30jährige Krieg des 20. Jahrhunderts. Die Völker Europas feierten in jenen Tagen des Jahres 1914 all die Siege, die sie nie erringen würden, inbrünstig schon einmal vor. Alle fühlten sich als Angegriffene, keiner als Angreifer. »Aufgewachsen in einem Zeitalter der Sicherheit, fühlten wir alle die Sehnsucht nach dem Ungewöhnlichen, nach der großen Gefahr. Da hat uns der Krieg gepackt wie ein Rausch«, schrieb der Schriftsteller Ernst Jünger. Rausch genügte als Motiv, man brauchte noch keine Ideologien, um sich gegenseitig umzubringen. Das »Augusterlebnis« nannten das die Zeitgenossen später in ergriffener Erin- nerung. In den Straßen vieler Städte zwischen Moskau und Marseille wurden Soldaten wie Opfertiere mit Blumengebinden geschmückt. Die Menschen wußten noch nichts vom modernen mechanisierten Vernichtungskrieg, vom Gastod in den Gräben, vom millionenfachen Sterben im Dreck. Der Krieg im Westen übertraf an Grausamkeit, an menschlicher Verrohung selbst die schlimmsten Ahnungen. Der Erste Weltkrieg war das Schlangenei des Zweiten. Die Folgen jenes Krieges löffelten die deutschen Demokraten aus. Im November 1918 waren sie an der Macht. Nur mit ihnen war der Frieden zu erlangen, den der Feldherr Ludendorff, im Feld besiegt, den in die Pflicht genommenen Demokraten später vorwarf: »Sie sollen die Suppe jetzt essen, die sie uns eingebrockt haben.« Angerichtet aber hatte diese Suppe ganz alleine Ludendorff mit dem Vabanquespiel seiner Offensiven. Für die Wende 1918 steht eine fotografische Ikone: Philipp Scheidemann, der SPD-Parlamentarier, aufrecht am Fenster des Reichstags - am 9. November 1918, dem ersten jener »deutschen Tage«. Er wollte eigentlich nur die Abdankung des Kaisers verkünden -und ließ sich dazu hinreißen, spontan die Republik zu proklamieren. Der frisch erkorene Kanzler Friedrich Ebert, ein gestrenger Legalist, ließ entsetzt die wäßrige Kartoffelsuppe stehen, an der er gerade noch gelöffelt 9 hatte: »Du hast kein Recht, die Republik auszurufen! Was aus Deutschland wird, ob Republik oder sonstwas, entscheidet eine Konstituante!« schrie er seinen Parteifreund an. Für Ebert lag entschieden zuviel Revolution in der Luft des 9. November. Und die haßte der SPD-Vorsitzende nach eigenem Bekunden »wie die Sünde«. Doch Scheidemanns Tat war wirkungsvoll: Die SPD, so schien es, übernahm den revolutionären Impetus der Straße - und nahm ihm damit den Elan. Die Revolution von unten war im Keim erstickt, bevor sie sich entwickeln konnte. Doch die Republik, die nun entstand, begeisterte die Deutschen nicht. Sie geriet zum Haßobjekt der Linken wie der Rechten. Die einen sahen sich um die soziale Revolution betrogen, die anderen verabscheuten die neue Staatsform als Produkt der Niederlage. Die Anhänger zweier konträrer Ideologien rangen um die Gunst der Deutschen - unmenschliche Utopien, die am Ende beide scheiterten. Als die eine anfangs noch obsiegte, schwor ein Mann den Amtseid auf die Republik, die er immer wieder in den Schmutz gezogen hatte. »Ich werde meine ganze Kraft für das Wohl des deutschen Volkes einsetzen, die Verfassung und die Gesetze des Reiches wahren, die mir obliegenden Pflichten gewissenhaft erfüllen

Termékadatok

Cím: Die Bilder des Jahrhunderts [antikvár]
Szerző: Guido Knopp
Kiadó: Verlagshaus Goethestraße GmbH & Co. KG
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
Méret: 220 mm x 290 mm
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