Bővebb ismertető
Was ist denn los mit uns? Mir werden oft Fragen gestellt. In letzter Zeit immer háufiger. Besonders oft wird neuerdings nach unserem nationalen Bekenntnis gefragt. Mai gut gemeint, mai bösartig. Was ist denn los mit Euch?", will man wissen. Warum steht ihr denn nicht zu eurem Deutschtum? Wie wir, die Ungarn. Habt ihr keinen nationalen Stolz? Früher war das nicht erwünscht, aber jetzt ist doch die Demokratie ausgebrochen! Oder seid ihr lauter Duckmáuser? Eine national so gleichgültige Minderheit kann doch keine Zukunft habén! Nagt ihr immer noch an euren Wunden? Kommt ihr aus euren Schneckenháusern nicht heraus?" So und so weiter. Für eine Wende Zunáchst muB ich immer erst einmal tief Atem holen. Dann durchblitzt mich der Gedanke: Mein Gott, wie wenig kennt man uns! Unsere Geschichte, unser Schicksal, unsere Denkweise und Seelenlage! Und wie wenig kennt man Ungarns gestrige und heutige Minderheitenpolitik! Deklarationen werden vielfach als Tatsachen hingenommen. Wenn in Ungarn heutzutage über nationale Minderheiten gesprochen wird, denken doch die meisten vor allém an die ungarischen Brüder und Schwestern in den Nachbarlándern. Nicht aber an die hier lebenden Volksgruppen. Die dort - heiBt es oft - werden unterdrückt. Für sie werden Forderungen gestellt. In Ungarn - meinen viele - ist im grófién und ganzen alles in Ordnung. Ja, sogar beispielhaft. Ich glaube: Auf die Dauer kann nicht mit zweierlei MaBstaben gemessen werden. Wie man die Minderheiten wirklich behandelt, welche Möglichkeiten man ihnen zum Fortbestand einráumt, wird künftig ein entscheidender Gesichtspunkt bei der Beurteilung eines Landes sein. Es soll immer von den Tatsachen ausgegangen werden. Ehrlich wáhrt am lángsten! So ein Sprichwort. Ein gutes, modernes Minderheitengesetz soll mithelfen, in Ungarns Minderheitenpolitik, im Denken über Volksgruppenfragen eine Wende herbeizuführen. Bei der Mehrheitsnation und auch bei den Minderheiten. Es soll auch eine Grundlage der friedlichen Zusammenarbeit bilden. Wunder wirken können wird es freilich nicht. (Bei RedaktionsschluB lag der Entwurf zu einem Minderheitengesetz bereits dem Parlament vor.) Bekenntnis Einverstanden: Ein jeder sollte sich dazu bekennen, was er wirklich ist, wirklich sein möchte. Aber kann man es den Deutschen in Ungarn übelnehmen, wenn sie die schweren Heimsuchungen vor allém wáhrend und nach dem zweiten Weltkrieg nicht vergessen können? Nein. Die sie uns zufügten, beriefen sich gerade auch auf das Bekenntnis zum Deutschtum bei der Volkszáhlung 1941. Ursprünglich als geheim erklárt, sind die Angaben dann schándlich miBbraucht worden. Der Erlebnisgeneration klingt es noch heute in den Ohren: Alle, die sich zur deutschen Sprache, zur deutschen National itat