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DES WAIDMANNS WEIB
»Das Wasser im Bad ist wieder nur lauwarm. Red doch gleich mal dem Hausmeister ins Gewissen, ich hab wirklich keine Lust, in der Wanne zu erfrieren!« So geht es schon am Morgen an und zu Mittag weiter: »Das Fleisch ist zäh wie alter Autoreifen, ein ausgehim-gerter Steppenwolf würde sich weigern, es zu verschlingen.«
Und gegen Abend heißt es dann: »Was ist mit meiner Schreibtischlampe los? Wenn da nicht gleich eine neue Birne reinkommt, bin ich in spätestens drei Tagen blind!« Wer von uns Frauen kennt sie nicht, diese Klagen der verwöhnten Männer? Welche Übertreibungen bekommen wir täglich zu hören, was für Ansprüche werden da gestellt und wie bequem sind die Herren geworden! Aber siehe da, kaum ist man in der Jagdhütte angelangt, da sind unsere Nörgler gar nicht mehr wiederzuerkennen. Plötzlidi ist alles in Ordnung, der qualmende Ofen wird liebevoll gestreichelt und was primitiv ist, gilt als romantisch. Ohne jeden Laut der Klage holt sich mein Hans das eiskalte Wasser vom Bach und kratzt sich friedlich den Bart vor einem Spiegel, der doppelt gesprungen ist. Kein kritisches Wort bekomme ich zu hören, als der zache Braten seines greisen Gamsbockes auf dem Tisch steht. Dabei wird mir fast übel von dem Brunftgeruch, der unsere Hütte erfüllt. Die Petroleumlampe rußt und flackert, aber seine Feder huscht geschwind über die Blätter. Das miserable Licht ist anheimelnd und genügt ihm vollkommen. »So hab ich's gern«, läßt er sich hören, »in dieser behaglichen Atmosphäre kommen einem die besten Gedanken.