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Wi,
'ie ein schweres Gewitter stieg das neunzehnte Jahrhundert am europäischen Horizont empor, Sturmstöße brachten von fernher Donnergegroll. Gefährliches Wetterleuchten warnte den Kundigen. Über Wien aber lachte noch heller Sonnenschein. Hier schäkerte ein Sonntagsvolk mit seinem milden Schicksal und sonnte sich im Glanz des kaiserlichen Hofes. Alle Pracht einer stolzen Nation war hier vereinigt, Kunst und Kultur zierten wie duftige Spieen und glänzendes Geschmeide die schöne Stadt, die von den Männern und Frauen arbeitstüchtiger Völker geradezu verhätschelt wurde. Es gab immerfort Festtage in Wien, der Haupt- und Residenzstadt des Heiligen Römisdien Reiches Deutscher Nation. Irgendwo in Frankreich ging zwar alles drunter und drüber. Dort hatte man sogar das Herrscherpaar ermordet. Das machte weiter keinen Eindruck; es war, als ob ein Nebelstreifen vor die Sonne gekommen wäre. Und schon war alles wieder vergessen.
Der Feuerfunke der französisdien Umwälzung hatte indessen schon mehrfach auch in Deutschland gefährlich gezündet. Nur mit Mühe vermochten die Reichsfürsten den Brand abzuschirmen. In der Reichshauptstadt Wien aber mußte die Bevölkerung in ihrer lieblichen Betäubung erhalten werden. Blieb es im politischen Mittelpunkt des Reiches ruhig, konnten die Umsturzversuche in den übrigen Teilen Deutschlands gleich im Keime erstickt werden.