Bővebb ismertető
EINLEITUNGIn der Zeit staatlicher Erneuerung von Piaton, dem Weisen^längst vergangener Zeit, reden, das scheint den Unkundigen|verlorene Mühe, da doch sein Name sprichwörtlich gewor-tden ist für alles bloß Gesagte, bloß Gedachte, in der Wirk-)lichkeit Folgenlose. In Wahrheit aber gibt es nicht viele Bücher, die in den Jahren des Aufbruches, wenn die zur Macht gelangten Führer den höchsten Maßstab für das politische Handeln, den Samen für die geistige Entfaltung und[ Durchgliederung des Volkes suchen, so entscheidend und i fruchtbar werden können wie Piatons Werke. Dazu freilich muß man sie erst lesen lernen, und es ist eine erstaunliche | Tatsache, daß bisher nur wenige sie als ein Gesamtwerk zu j lesen verstanden, wozu weder der Fleiß des Philologen noch l der Scharfsinn des Logikers noch die Überschau des Histo- | rikers ausreicht: denn nur aus dem Kern dieser Person- | lichkeit, aus dem tätigen Willen des staatlichen Gründers I ist dies Werk verstehbar. I Es klingt vermessen, deuten zu wollen, was Jahrtausende verkannt haben, aber es ist die Ähnlichkeit der Weltstunde, es ist die gleiche Not, der drohende Untergang der Nation, die unsere Zeit hellhörig machte für das Werk des größten aller Philosophen.Denn jene Verkennung begann, so unwahrscheinlich dies klingen mag, schon bei seinen unmittelbaren Schülern. Sie ist bedingt durch die Eigenart des Platonischen Werkes und seine Stellung im Verfall der Geschichte Griechenlands. Gerade weil Piaton um die Macht ringen mußte, wollte er nicht um die Macht zu ringen scheinen. Weil nur aus tiefster seelischer Erneuerung der neue Staat entstehen konnte, wollte er nicht um Anhänger werben, sondern zuerst die notwendigen Führer erzeugen. Das sind die Werke, die man als zeitlose und ergebnislose Erörterungen über die Begriffe der Tugenden mißversteht. Da Athen sich der geistigen Erhebung wie Theben sie durch Epameinondas erlebte versagte, sah