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Vorwort
Da
/as Foto mit dem kleinen Jungen aus dem Warschauer Ghetto, der seine Arme angstvoll in die Höhe hebt, ging um die Welt. Der SS-Mann mit dem Gewehr im Anschlag war Josef Blösche. Er sorgte dafür, dass die auf dem Foto abgebildeten jüdischen Bürger sterben mussten.
Das Bild entstand im Mai 1943 und gehört zu einer Sammlung von Aufnahmen über die Liquidierung des Warschauer Ghettos, aus der ein Bildband, der sogenannte Stroop-Bericht, für den »Reichsführer SS« Heinrich Himmler zusammengestellt wurde.
Josef Blösche, 1912 in Friedland, CSR, geboren, war ein fanatischer Helfer Hitlers, Antisemit in schlimmster Form und ein kleines, aber wichtiges Rädchen in der Vernichtungsmaschinerie des Dritten Reichs. 1969 wurde er vom Bezirksgericht Erfurt zum Tode verurteilt und durch Genickschuss hingerichtet. Das Gericht befand ihn für schuldig, an der Deportation von über dreihunderttausend Menschen beteiligt gewesen zu sein. Angelastet wurde ihm außerdem Mord an einer genau nicht mehr feststellbaren Zahl von Menschen, mindestens aber an zweitausend Menschen, darunter Kleinkinder, schwangere Frauen, Behinderte und Alte.
Nach dem Krieg arbeitete der ehemalige SS-Unter-scharführer als fleißiger Bergmann, treusorgender Ehemann und Vater mehr als zwanzig Jahre lang vöUig unerkannt in der DDR, obwohl er seinen Namen nie geändert hatte. Lediglich sein äußeres Erscheinungsbild hatte nichts mehr mit dem SS-Mann auf dem Bilddoku-