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Das behutsame Klopfen an seiner Tür war so hartnackig, dafí Valens sich nicht lánger einreden konnte, es gelte nicht ihm. In schlaftrunkener Benommenheit hob er den Kopf aus den Kissen. Er hatte Angst vor der nachtlichen Störung. Warum, wufíte er nicht, denn wenn er an irgendeinem Ort des Römischen Reiches sicher war, dann in diesem entlegenen Tempelanbau, den er hier bewohnte. Maskiert als Priester des Hercules, glaubte er sich vollkommen sicher vor Entdeckung. Niemand konnte auch nur ahnen, dafi er ein Offizier der Furmentarier war, der Spáherabteilung der Leibgarde Diocletians, des Kaisers der östlichen Hálfte des Römischen Reiches. Das Geráusch vor seiner Tür setzte einen Augenblick aus, dann begann es von neuem - kein Klopfen mehr, eher ein Scharren. Er öffnete die Augen. Die Nacht war fast vorüber. Ein dunstiger Morgen sandte fahles Licht durch das hochgelegene Fenster - ein Sommermorgen des Jahres 303. Valens sprang aus dem Bett, ging rasch zur Tür und öffnete sie. Eine hochgewachsene Frau stand vor ihm. Er war nicht sicher, ob er sie in der Dámmerung richtig erkannte. War es wirklidi die Firma Materna? Erst jetzt wurde ihm bewufit, dafí er nackt war. Er zog die Tür heftig zu und sagte ein wenig heiser: Warte einen Augenblick, ich kleide mich an! Die Frau, die einen langen, faltigen Umhang trug, war die Vorsteherin des Haushalts der Prinzessin Valéria Fausta. Dieses hohe Amt verdankte die Firma Materna ihrem junonischen Busen, an dem sie die Lieblingstochter des Augustus Maximian genáhrt hatte. Sie war eine sehr angesehene Persönlichkeit, denn es war bekannt, dafi Maximian, der Kaiser der westlichen Reidishalfte, der einfachen Unteroffizierswitwe nicht nur die Erziehung seiner Tochter, sondern auch die Verwaltung seiner