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Fasching
Segelmacher Kielblock war seit einem Jahr verheiratet. Er besafí ein hübsches Eigentum am See, Háuschen, Hof, Garten und étwas Land. Im Stall stand eine Kuh, auf dem Hofe tummelten sich gackernde Hühner und schnatternde Gánse. Drei fette Schweine standén im Kőben, die im Laufe des Jahres geschlachtet werden sollten.
Kielblock war álter als seine Frau, aber trotzdem nicht minder lebenslustig als diese. Er sowohl wie sie liebten die Tanzböden nach wie vor der Hochzeit, und Kielblock pflegte zu sagen: „Der ist ein Narr, der in die Ehe geht wie in ein Kloster. Gelt, Mariechen", setzte er dann gewöhnlich hinzu, sein rundes Weibchen mit den robus-ten Armen umfassend und drückend, „bei uns geht das lustige Leben jetzt erst recht an."
Und wirklich, sechs kurze Wochen ausgenommen, war das erste Ehejahr der beiden Leute gleichsam ein einziger Festtag gewesen. Die sechs Wochen aber hatten nur wenig an ihrer Lebensweise ándern können. Der kleine Schreihals, welchen sie gebracht, wurde der Grofí-mutter überlassen, und heidi ging's hinaus, sooft der Wind eine Walzermelodie herübertrug und in die Fen-ster des abseits gelegenen Háuschens hineinklingen liefí.
Aber nicht nur auf allén Tanzmusiken ihres Dorfes waren Kielblocks anwesend, auch auf denen der umlie-genden Dörfer fehlten sie selten. Mufíte die Grofímut-ter, was oft vorkam, das Bett hüten, so wurde „das kleine Balg" eben mitgenommen. Man machte ihm dann im Tanzsaal, so gut es gehen wollte, ein Láger zurecht, gewöhnlich auf zwei Stühlen, über deren Lehnen man Schürzen und Tücher zum notdürftigen Schutze gegen das Licht hángte* Und in der Tat schlief das arme Würm-chen, auf diese An gebettet, unter dem betaubenden Lárm der Blechinstrumente und Klarinetten, unter dem Gescharr, Getrampel und Gejohle der Walzendenm inmitten einer Atmosphäre von Schnaps- und Bierdunst, Staub und Zigarrenrauch oft die ganze Nacht.