Bővebb ismertető
Jiggety-Jig
Die Spirit of Des Moines schickte ihr Signal voraus, als sie sich in der
morgendlichen Kühle dem Bahnhof von Cincinnati näherte. Shaman
spürte zuerst ein schwaches, kaum wahrnehmbares Vibrieren des
hölzernen Bahnsteigs, dann ein deutliches Zittern und schließlich eine
kräftige Erschütterung. Plötzlich war das Ungetüm da mit seinem
Geruch nach heißem, öligem Metall und Dampf. Im fahlgrauen Zwie-
licht brauste es auf ihn zu, Messingarmaturen glänzten auf dem
schwarzen Drachenkörper, mächtige Kolbenarme bewegten sich
rhythmisch, und eine helle Rauchwolke stieg himmelwärts wie die
Fontäne eines Wals und löste sich schließlich in zerfasernde Fetzen auf,
als die Lokomotive langsam zum Stehen kam.
Im dritten Waggon waren nur noch wenige der harten, hölzernen
Sitzplätze frei, und er nahm auf einem von ihnen Platz, während der
Zug erzitterte und wieder anfuhr. Züge waren noch immer etwas
Neues, aber sie bedeuteten auch, daß man mit zu vielen Leuten reisen
mußte. Er zog es vor, allein und gedankenverloren auf einem Pferd zu
reiten. Der lange Waggon war brechend voll mit Soldaten, Handlungs-
reisenden, Farmern und Frauen, von denen einige kleine Kinder
dabeihatten. Das Kindergeschrei störte ihn überhaupt nicht, aber der
Waggon roch nach einer Mischung aus säuerlich stinkenden Socken,
dreckigen Windeln, schlechter Verdauung, verschwitzten, ungewa-
schenen Körpern und dem Mief von Zigaretten und Pfeifen. Das
Fenster schien als Kraftprobe gedacht zu sein, aber Shaman war groß
und stark, und es gelang ihm, es zu öffnen, was sich allerdings schnell
als Fehler herausstellen sollte. Die mächtige Lokomotive drei Waggons
weiter vorne stieß nicht nur Rauch, sondern auch ein Gemisch aus
Ruß, glimmenden oder erloschenen Kohlestückchen und Asche aus,
das der Fahrtwind nach hinten und zum Teil auch durch das offene
Fenster in das Abteil wehte. Bald hatte ein glühender Funke in
Shamans neues Jackett ein Loch gebrannt. Hustend und verärgert