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Frühmahl
Ich weiß nicht, warum, aber dieses kleine Geschehnis erfüllt midi mit Freude. Bis in die letzte Einzelheit sehe ich es vor mir, nein, nie bis in die letzte, denn je öfter ich mich daran erinnere, um so mehr Einzelheiten fallen mir ein. Und jede bringt eine eigene Wärme mit.
Es war in aller Herrgottsfrühe. Die Berge im Osten lagen sdiwarz-blau, aber hinter ihnen stand sdion eine Helle; dort, wo ihr Saum an das Gebirge rührte, war sie wässerig rot, weiter oben wurde sie blaugrau. Dunkelgrau wölbte sie sich hoch über mir und sank im Westen in reine Nacht.
Und es war kalt, nidit eben grimmig, aber dodi so, daß idi die Hände reiben und anhauchen mußte, sie tief in die Taschen versenkte, den Mantelkragen aufklappte und mit stampfenden Sdirit-ten drauflos schritt. Das Tal lag lavendelfarben im Morgen. Vor mir an der Landstraße sah ich ein Zelt, das nur etwas weniger grau war als der Boden, und daneben glühte, wie eine Blutorange, ein kleiner alter verrosteter Eisenherd. Aus dem kurzen Ofenrohr sprudelte grauer Rauch turmhodi, bevor er sidi ausbreitete und sich sdiließ-lidi verflüchtigte.
Zur Seite des Herdes sah ich eine junge Frau, fast nodi ein Kind, in ausgeblidienem Rode und Bluse. Als idi näher kam, sah ich: sie trug einen Säugling im Arm; sein Köpfchen lag unter der Bluse geschützt vor Kälte.
Der Säugling trank; die junge Mutter ging dabei geschäftig hin und her, sdiürte das Feuer mit einer Stange, sdiob rostige Ringe auf der Herdplatte herum und klappte die Ofentür auf; das gab besseren Zug. Das Kleine trank weiter; es ließ sich nicht stören und störte nicJit, weder die Arbeit der Mutter noch die Anmut ihrer flinken Bewegungen, die mir zugleidi zweckmäßig und schön ersdiie-nen. Von der Zugluft entfadit, flackerte das orangerote Feuer aus den Rissen des Herdes und warf tanzende Reflexe auf die Leinwand des Zeltes.
Nun war ich bereits so nah, daß mir der Duft von gebratenem