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Dokumentation
Im Namen aller
Deutschen von Herzen willkommen
Grußwort von Bundespräsident Richard von Weizsäcker bei der Ankunft des Papstes in Köln
Eure Heiligkeit, im Namen der Bundesrepublik Deutschland und im Namen aller Deutschen heiße ich Sie von Herzen willkommen.
Sie sind zu einem Pastoralbesuch gekommen und werden mehrere Diözesen aufsuchen. Ich möchte Ihnen aber sagen, daß sich die ganze deutsche Bevölkerung aufrichtig über Ihren Entschluß freut, zum zweiten Mal während Ihres Pontifikats mitten unter uns zu sein.
Sie werden Edith Stein in Köln und Rupert Mayer in München seligsprechen, zwei herausragende Glaubenszeugen dieses Jahrhunderts. Edith Stein ist eine Juden und Christen verbindende Gestalt; sie ist in Auschwitz für andere gestorben. Die Erinnerung an sie weist in die Zukunft. Mit Pater Rupert Mayer ehren Sie einen Mann, der aus der Kraft seines Glaubens dem Ungeist und Unrecht offen widerstand. Sie ehren mit ihm Glauben und Geist im deutschen Volk.
Ihr Besuch gilt auch dem Land, von dem die Reformation ausging. Jeweils ungefähr zur Hälfte sind die Christen bei uns katholisch und evangelisch. Die Christen hierzulande hoffen und wünschen, daß die Kirchen deutlicher aufeinander zugehen mögen und daß die Menschen und die Familien - zumal die gemischtkonfessionellen dies stärker als bisher verspüren können. Die Trennung ist nicht bis an die Wurzel vorgedrungen. Was die Menschen bei
uns bewegt, sind nicht die Gegensätze. Vielmehr suchen wir gemeinsam inmitten von technischer Zivilisation, von Unfrieden und Ungerechtigkeit in der Welt vertiefte geistige und geistliche Kraft. In diesem Sinn freut sich unser Volk über Ihre Ankunft und wünscht Ihnen, Ihrer Kirche und uns allen, daß Ihr Besuch unter einem guten Stern stehen möge.