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M itten im attischen Land, südöstlich von Athén, liegt der Berg Hymettos, wie ein riesiger Damm — gemeinsam mit den übrigen Riegelbergen im Norden und Osten — die glitzernde Háuserflut stauend und die Bewegung der Stadt hinordnend zu Hafen und Meer.
Die Athener nennen den Hymettos den „Tollen" schon von altersher und noch heute, weil er unbestándig im Lichte steht: bei Sonnenaufgang wie ein Kissen, das dem Tag die Krone beschert; entrückt im griechischen Mittag und schwebend im lichten Staub der Stadt gleich dem Rumpf eines Titanenschiffes, das kieloben treibt; wenn aber ein Wetter droht, liegt er wie ein Strich blauer öl-farbe in einem Pastell, klotzig und schwer, und lastet über der Stadt, obgleich er kein hoher Berg ist, denn an seiner höchsten Stelle klimmt er kaum über tausend Meter.
Seinen kahlen Grat, hátte er einen gangbaren Weg, könnte man in zwei Stunden abschreiten. Um diese Wan-derung auf der Höhe zu tun, lohnte es sich, den wohl vierstündigen Marsch aus Athén zurückzulegen. Denn dieser Aufenthalt auf der Höhe ware sehr still, nicht ein-mal die von altersher besungenen Bienen des Berges schwár-men so hoch hier oben. Aber die blaue Fláche der Unend-lichkeit, die sich in das Festland fingért und buchtet und Küste und Flut miteinander innig verzahnt; die Inseln, die bis zum Himmelsrand schwármen, leicht wie Federberge im Lichte liegend; die ruhig strenge Schrift der nördlichen Höhenrücken; der weifíe, nachbarliche Giebel des Penteli-kon; und im westlichen Abgrund die Stadt Athén, han-gend am wilden Rückgrat der Stadtberge: des Turkowuni,