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»Produktiv ist eben der Weg, das Wesentliche, steht das Werden aber dem Sein« (KleeTgb. i9i4Nr.938)
Ein Viertel]ahrhundert nach seinem Tode wird Klee, selbst von den jüngeren Malern, mit einer Hochachtung diskutiert, als wenn er noch unter uns weilte und in allen Nöten des Lebens und der Kunst Auskunft zu geben vermöchte. Auch des Lebens, denn obwohl sich der Maler selten direkt zu Themen des menschlichen Schicksals oder überpersönlicher Ordnungen äußerte, ist sein Ouvre ein Quell der Weisheit geblieben.
So oft sich für Klee die Gelegenheit bot, ein Werk zu erklären, bog er in Richtung des Bildnerischen ab. In seinen Aufsätzen und Vorträgen und in seinen Vorlesungen am Bauhaus überwiegt die »Orientie-
rung auf der Ebene der bildnerischen Mittel«, die Orientierung auf der menschlichen Ebene dürfte kaum mehr als ein Zehntel ausmachen. Glaubte doch Klee, hier wüßte der Betrachter selber genügend Bescheid. Aber rätselhaft, wie Klee, wenn er vom Formungsprozeß spricht, wie von selbst auf das Geheimnis der Schöpfung als Genesis stößt, auf den Urgrund alles Geschehens, wo »der geheime Schlüssel zu allem verwahrt liegt«. So erfährt der Bewunderer wie der Kritiker, wenn er sich mit seiner Kunst beschäftigt, was die Welt im Innersten zusammenhält, vrie sie ist, einst war und einmal sein wird.
Klee besaß ein hohes Maß von Einsicht in Welt und Ich. Als Franz Marc gefallen war, bemühte er sich, sich über die Wesensart seines Freundes klar zu werden und bei dieser Gelegenheit auch über sich selber. Der Versuch wurde zu einem selten offenen Bekenntnis. Marc ist menschlicher, heißt es da,