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Erlauben sie mir, verehrte freunde,
Ihnen - bevor wir dieses neue Werk beginnen - zu sagen, warum ich Sie gebeten habe, bei dem heutigen Bankett meine Gäste zu sein. Sicherlich war der erste Beweggrund das Vergnügen, das man empfindet, wenn man in geselligem Behagen „eine Gesellschaft von erlesenen Menschen um sich versammeln kann; die man gern mag. Wir begegnen einander fast täglich, das ist schon wahr, doch da haftet uns bei unserem Zusammenkommen noch der Staub der Straßen an, jeder ist von Sorgen beschwert und gehetzt von Sekunden, die in überstürzter Hast die Stunden und Tage unseres Lebens verscHUngen. Hier aber, meine Herren, entrinnen wir für diese Nacht der Schreckensherrschaft der Zeit, und in diesen Räumen befindet sich auch nicht eines jener künstlichen Räderwerke, die die Menschen zusammengesetzt haben, um ständig den Stundenschlag zu hören, der ihren einem unbekannten Ende zustrebenden Weg bemißt. Für diese Spanne Zeit, angesichts dieses ausgezeichneten Weins, sind wir, meine Herren, Geschöpfe der Ewigkeit; wir verlassen den scheidenden Tag und segeln auf jenen azurnen See hinaus, dessen Ufer unseren Augen entschwinden. Und in uns selbst ruhend, vermögen wir das Leben dort an der Küste deutlicher wahrzunehmen, als wenn wir uns persönlich durch die Wirrnisse hindurchwinden müßten, die es in gehäuftem Maß für uns bereithält.
Stunden des Abstandnehmens sind Stunden der Weihe/ Meine Liebe zum Leben würde der Weisheit entbehren, wenn ich diese Stunden nicht souverän zu nutzen wüßte. Zu nutzen, nutzbringend zu durchleben und auszukosten -denn der einzig berechtigte Egoismus ist jener, der sich ans Leben klammert und ihm alle seine schönen und