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Dicker als Wasser oder Wein kräuselte sich die Flüssigkeit in der Schale, dunkel und heiß und wenig einladend. Miguel Lienzo beugte sich so weit darüber, dass er fast seine Nase in das teerige Gebräu tauchte. Während er das Gefäß einen Moment lang still hielt, atmete er ein und sog den Duft tief in seine Lungen. Der scharfe Geruch nach Erde und modernden Blättern überraschte ihn, er erinnerte ihn an einen Apothekerladen.
»Was ist das?«, fragte Miguel ungeduldig und schob mit dem Nagel des einen Daumens die Haut des anderen zurück. Sie wusste, dass er keine Zeit zu vergeuden hatte, warum also hatte sie ihn dieses Unsinns wegen hierher gebracht? Eine bittere Bemerkung nach der anderen wallte in ihm auf, doch Miguel ließ keiner von ihnen freien Lauf. Es war nicht so, dass er Angst vor ihr hatte, aber er stellte oft fest, dass er sich große Mühe gab, kein Missfallen bei ihr zu erregen.
Er schaute zu Geertruid hinüber und sah, dass sie seiner gedankenverlorenen Daumenverstümmelung mit einem Grinsen begegnete. Er kannte dieses unwiderstehliche Lächeln und wusste, was es bedeutete: Sie war höchst zufrieden mit sich selbst, und wenn sie eine solche Miene aufsetzte, war es schwer für Miguel, nicht auch höchst zufrieden mit ihr zu sein.
»Es ist etwas ganz Außergewöhnliches«, sagte sie, auf seine Schale deutend. »Trinken Sie.«