Bővebb ismertető
Man darf Cäsar nicht mit den in der Renaissance erneuerten antiken Tugendlehren messen, auch nicht mit der bürgerlichen Moral des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Er hat seine Werke über den gallischen und den Bürgerkrieg nicht für Pedanten geschrieben, und Anekdoten, die von ihm wie von jedem Großen auch in der Antike zahlreich umgingen und die uns wesentlich Sueton und Plutarch aus zeitgenössischer Biographie erhalten haben, sind nicht zu bloßer Unterhaltung erzählt, damit der gewöhnliche Mensch seinen Spaß dabei hat. Wenn Cäsar als Mensch in unendliche Liebeshändel verstrickt war und irgendwelche recht zweifelhafte Beziehungen pflegte, die selbst seine ihn vergötternden Soldaten mit Spottversen anprangerten, so tat er nur, was damals alle taten, ohne sich über die Lasterhaftigkeit dieses Tuns zu täuschen. Aber Cäsar erlag dem Laster nicht, und die Geschichte hat ihn hundertfach gerechtfertigt ob seines so weitreichenden staatsmännischen Wirkens. Cäsar ist einer der größten Menschen aller Zeiten, von der Natur mit einem unglaublichen Reichtum der Seele und des Verstandes ausgestattet und mit diesen Gaben von der Geschichte zum Staatsmann berufen in einer Zeit, die von Grund auf in ihren Linien neu orientiert werden mußte. Die Probleme der Erhaltung des Imperium Romanum waren nüchtern; nüchtern waren auch die Mittel, mit denen Cäsar ihre Lösung angriff. So haben die eigentümliche Kälte und Helle,