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Christoph Hein bringt Claudia, eine vierzigjáhrige Árztin und ganz und gar Geschöpf seiner Phantasie, so zum Reden, dafi es einem den Atem verschlágt. Mir geht es gut", sagt sie am Schlufi, und jeder weifi, wie schlecht es ihr geht. Dabei verfügt sie über alles, was sie braucht: Arbeit, Anerkennung, eine ferngeheizte, wenn auch kleine Wohnung, Autó, Hobby, ausreichend Geld und freie Zeit. Die Patienten bringen ihr Vertrauen entgegen, der Chef ist zufrieden, die Nachbarn lobén ihre Hilfsbereitschaft. - Kinder allerdings hat sie nicht, und von ihrem Mann ist sie lángst geschieden. Der fremde Freund, dem sie nie ganz nah war, ist tot und begraben. Liebe fordert und bekommt niemand von ihr. In ihrem Innern ist sie ganz kait, und sie weifi es nicht. Wie weiter? Wird sie ihre armselige Lebenshaltung aufgeben können, für ihr Leben einen neuen Inhalt finden? Will sie das? Werden Aufregung und Engagement an die Stelle von Bequemlichkeit treten? Geht es am Ende überhaupt noch um Claudia, die Kunstfigur, die nur auf dem Papier lebt, und von der man sich - vielleicht nicht ohne Mitleid - getrost abwenden kann? Der Leser selbst ist angesprochen.