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1 DAS GERÜCHT
Niemand wusste, wo und wann das Gerücht entstanden war und wer es als Erster verbreitet hatte. Regelmäßig tauchte es in den Fischersiedlungen an der Küste auf, und zwar meistens dann, wenn der Fang an Land gebracht wurde und man feststellte, dass einige der Balsaflöße nicht zurückgekehrt waren. Zusehends stieg dann die Spannung in den Fischerdörfern, und im Laufe der Zeit schwand allmählich auch die Hoffnung. Bis Trauer herrschte über den Verlust der Familienmitglieder, die dem Meer zum Opfer gefallen waren.
In den letzten drei Jahren waren alle Flöße heimgekehrt und das war in den Küstenorten gefeiert worden. Das böse Gerücht versank in der Erinnerung. Niemand sprach mehr davon - schließlich sollte man das Schicksal nicht herausfordern.
Plötzlich war es wieder da! Zwei Balsaflöße mit erfahrenen Seeleuten waren nicht nach Manta zurückgekehrt. Das Gerücht schwirrte von Hütte zu Hütte, von Tampu zu Tampu. Es verbreitete sich über die Grenzposten an den Inkawegen landeinwärts. Die Küstenbewohner fühlten sich bedroht.
Die Bauern im Hochland berührte es kaum. Für sie war es eher eine aufregende Neuigkeit aus einer unbekannten Welt als etwas, das ihr Leben in den Bergen gefährden könnte. Aber im Armeelager in den Bergen bei Quito wurde die Nachricht doch sehr ernst genommen. Inka Pachacutec hatte vor kurzem seinen zweiten Sohn Tupac Yupanqui auserwählt, die Macht mit ihm zu teilen, und beide Inkas waren nun unterwegs in den Norden des Quitogebiets.
Die Inseln die Verfluchten Inseln! * vgl. Worterklärungen S. 170 fF.