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Von dem kleinen, kreuzförmig unterteilten Fenster seines Zimmers über dem Stall der Ziegelei sah Jakow Bok in der Frühe dieses Morgens etliche Leute in ihren langen Mänteln irgendwohin laufen, alle in dieselbe Richtung. Weh is' mir, dachte er beunruhigt, irgend etwas Schlimmes ist geschehen. Die Russen eilten aus den Straßen der Friedhofsgegend einzeln oder in Gruppen durch den Frühlingsschnee auf die Höhlen in der Bergschlucht zu; einige rannten mitten auf den schlammigen, kopfsteingepflasterten Straßen. Rasch versteckte Jakow die kleine Blechbüchse, in der er Silberrubel sparte, und lief dann schnell in den Hof hinunter, um die Ursache der Aufregung zu ergründen. Er fragte Proschko, den Vorarbeiter, danach, der sich bei den rauchenden Brennöfen herumtrieb, aber Proschko spuckte nur und schwieg. Vor dem Hof erzählte ihm eine Bäuerin mit knochigem Gesicht, die in einen schwarzen Schal gehüllt und dick gekleidet war, man habe die Leiche eines Kindes in der Nähe gefunden. „Wo?" fragte Jakow. „Wie alt war das Kind?" Aber sie sagte, sie wisse es nicht, und eilte davon. Am nächsten Tag berichtete der Kiewljaniri, daß in einer feuchten Höhle, nicht mehr als anderthalb Werst von der Ziegelei entfernt, die Leiche eines ermordeten zwölfjährigen Kna^ ben namens Schenja Golow von zwei fünfzehnjährigen Jungen, Kasimir Seiiwanow und Iwan Schestinski, gefunden worden sei. Schenja, schon über eine Woche tot, sei mit Stichwunden übersät und sein Körper völlig ausgeblutet. Nach der Beisetzung auf dem Friedhof in der Nähe der Ziegelei brachte Richter, einer der Fuhrleute, eine Handvoll Flugblätter, in denen die Juden des Mordes bezichtigt wurden. Sie waren, wie Jakow sah, als er eines von ihnen genau betrachtete, von der Organisation der „Schwarzen Hundert" gedruckt worden. Die Umschlagseite war mit ihrem Symbol, dem kaiserlichen doppelköpfigen Adler, bedruckt; darunter stand : Rettet Rußland vor den Juden. Am Abend las Jakow in seinem Zimmer fasziniert, daß man den Knaben aus reli-