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ERSTER AKT
Kleiner, blaugetüiiditer, flacher Küchenraum mit niedriger Decke; ein Fenster links; eine roh gezimmerte Tür ins Freie führend rechts; eine Tür mit ausgehobenem Flügel mitten in der Hinterwand. — Links in der Ecke der Herd, darüber an der Wand Küchengerät am Rahmen, rechts in der Ecke Ruder und Schiffereigerät; gespaltenes Holz, sogenannte Stubben, unter dem Fenster in einem Haufen. Eine alte Küchenbank, mehrere Schemel usw. usw. — Durch den leeren Türrahmen der Hinterwand blickt man in einen zweiten Raum. Darin steht ein hoch gemadites, sauber gedecktes Bett, darüber hängen billige Photographien in noch billigeren Rahmen, öldruckköpfe in Visitenkartenformat usw. Ein Stuhl aus weichem Holz ist mit der Lehne gegen das Bett gestellt. — Es ist Winter, der Mond sdieint. Auf dem Herd in einem Blechleuchter steht ein brennendes Talglicht. Leontine Woff ist auf einem Schemel am Herd, Kopf und Arme auf der Herdplatte, eingeschlafen. Sie ist ein siebzehnjähriges, hübsches, blondes Mädchen in der Arbeitstracht eines Dienstmädchens. Über die blaue Kattunjacke hat sie ein dickes wollenes Brusttuch gebunden. — Einige Sekunden bleibt es still, dann hört man, wie jemand bemüht ist, von außen die Tür aufzuschließen, in der jedoch von innen der Sdilüssel steckt. Nun pocht es
Frau Wolif (unsidhthar von außen). Adelheid! Adelheid! (Stille f dann wird von der andern Seite ans Fenster gepodht.) Witschte gleich ufimachen!
Leontine (im Sdhlaf). Nein, nein, ick laß mir nidi schinden!
Frau Wolff. Mach uff, Mädel, sonste komm ich durchs Fenster. (Sie trommelt sehr stark ans Fenster.)
Leontine (aufwadhend). Ach, du bist's, Mama! Idc komme ja schon! (Sie sSließt auf.)
Frau Wolff (ohne einen Sadk, weidhen sie auf der SdhuU ter trägt, abzulegen). Was willst'n du hier?
Leontine (versdhlafen). 'n Abend, Mama!
Frau Wolff. Wie bist'n du reinkommen, hä?
Leontine. Na, übern Ziejenstall lag doch der Schlüssel. (Xleine Pause.)
Frau Wolff. Was willste denn nu zu Hause. Mädel?