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Vorbemerkung
Köln, den 16. 9.1977*
Ich verabscheue Gewah und Terror. Ich verurteile die Morde an von Drenkmann, Buback und Ponto und den vier Begleitern Schleyers.
Warum diese Vorbemerkung zu diesem Buch? Weil zur Zeit in diesem Land ein Klima herrscht, in dem demokratische Kritik diffamiert und in Terroristennähe gerückt wird. Ich z. B. wurde, nachdem ich mir erlaubt hatte, BILD von innen her kennenzulernen, in diesem Blatt mehrfach als »Untergrundkommunist« diffamiert, was auf neudeutsch soviel heißt wie »Terrorist«.
Auch in diesem Buch geht es um Gewalt, um eine besondere »geistige« Spielart, die keiner Molotow-Cocktails und Maschinengewehre bedarf. Die Opfer sind Menschen, ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Würde. Kein Krisenstab und keine Großfahndung können diese Gewalt aus der Welt schaffen, keine Razzia wird die Geiselnehmer des Unterbewußtseins überraschen, kein Sonderkommando wird die verschleppten Erwartungen und Hoffnungen befreien, kein Staatsanwalt wird die Überwachung der Sympathisanten und Helfershelfer anordnen. Das Strafgesetzbuch selbst mit neuen Gesetzen gegen Terror und Gewalt faßt diese Taten nicht. Erst recht nicht die Täter. Gibt es sie überhaupt? Immer zweifelhafter ist mir das geworden, als ich sie besser kennenlernte. Sind nicht auch sie Opfer zugleich, die neue Opfer schaffen? Opfer einer Maschinerie, die geistige Gewalt automatisch produziert?
* während der Geiselnahme von Schleyer vor seiner Ermordung verfaßt.
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