Bővebb ismertető
Vorwort
So unerläßlich die Behandlung der Logik im Philosophieunterricht ist, so kann es doch nicht dessen Aufgabe sein, etwa die Fülle der Begriffs- und Schlußarten zu entfalten. Die Auswahl der Texte ist von dem Gedanken bestimmt, daß es im Philosophieunterricht vor allem darauf ankommt, die Eigenart des in Begriff, Urteil und Schluß sich darstellenden Gedankens bzw. der Gedankenverbindung gegenüber dem von der Psychologie u. a. abzuhandelnden „Denkgeschehen" einsichtig zu machen und damit einem weitverbreiteten „naiven" Psychologismus entgegenzutreten. Erst wenn hierüber Klarheit gewonnen ist, kann eine Besinnung über das Wesen und die Problematik der Erkenntnis erfolgen, für die Begriff und Urteil konstitutiv sind, sofern Erkenntnis den Anspruch erhebt, gültige, d. h. „wahre" Erkenntnis zu sein.
Der Textband ist unter das Thema: Denken — Gedanke gestellt. Damit ist jenes Denken gemeint, das wie alle anderen seelischen Abläufe auf der Seite des vergegenständlichten Bewußtseins (des „empirischen" Ichs [Kant]) von der Psychologie erforscht wird, nicht aber jenes „reine" Denken, das die Voraussetzung aller Vergegenständlichung ist. Über dieses in der Reflexion um sich selbst wissende Denken und im Zusammenhang damit über das Wahrheitsproblem werden im 3. Band dieser Textreihe (Das Erkenntnisproblem) einige Texte handeln als Weiterführung der in dem Abschnitt „Das Urteil und sein Anspruch auf Wahrheit" wiedergegebenen Gedanken von Pfänder.
Die Logistik ist in diesem Bande thematisch nicht aufgegriffen worden. Das bedeutet keine Abwertung dieser Disziplin, die sich als eine notwendige Weiterbildung der klassischen formalen Logik erwiesen hat. (Siehe im Anhang „Biographische und sachliche Hinweise" die angeführten Darlegungen Martins zu Leibniz.) Der Philosophieunterricht vermag aber schon aus Zeitgründen die Einarbeitung in das System der Zeichen mit den entsprechenden Operationsregeln nicht zu leisten. Das schließt nicht aus, daß der Grundgedanke der Logistik aufgewiesen wird.
Die Auswahl der Texte konnte selbstverständlich nicht „standpunktfrei" erfolgen. Das bezeugt schon die Abwehr des Psychologismus. Andere Sichten kommen aber in den Texten zur Sprache. Die Auswahl von Problemen mußte aus Raumgründen auf einige wichtige Fragen beschränkt werden.
Bonn. Juli 1961. Friedrich Borden