Bővebb ismertető
Eine gestörte Kiavierstunde und eine zerfetzte Hose
Ein Klavier ist ein schönes und klangvolles Instrunient, und es macht Freude, darauf zu spielen, jedenfalls, wenn man es kann. Aber es erst zu lernen ist nicht ganz so angenehm, besonders dann nicht, wenn die Klavierstunde auf den ersten schönen Frühlingstag des Jahres fällt und der Sonnenschein verlockend durch die zugezogene Gardine blinzelt. Das ist heutzutage so und war nicht anders vor mehr als hundert Jahren, ganz genau gesagt: im Jahr 1850.
Denn im Jahr 1850, am 28. März, beginnt die Geschichte, die ich euch berichten will. Es ist die Geschichte meiner Ururgroß-mutter. Nun braucht ihr aber nicht zu fürchten, daß ich euch etwas über eine ururalte Dame erzählen werde, nein, gewiß nicht. Im Jahr 1850 war meine Ururgroßmutter — sie war auf den schönen Namen Delia getauft, Körner hieß sie mit Nachnamen — ein Mädchen von neun Jahren, und sie war nicht braver und nicht schlimmer als neunjährige Mädchen heute. Ihre glänzenden, dunklen Augen blickten manchmal nachdenklich und verträumt, meist aber sehr unternehmungslustig in die Welt. Ihr Näschen, das auf dem Rücken von ein paar winzigen Sommersprossen gesprenkelt war, hatte einen leichten Schwung nach oben. Ihr Mund war voll und rot, und wenn sie lachte, reichte er fast von einem Ohr bis zum anderen; dann wurden ihre spitzen, frechen Eckzähne sichtbar, und in ihren runden Wangen bildeten sich Grübchen. Kurzum, die kleine Delia sah so aus, wie wohl die meisten von euch sich eine Freundin wünschen, eine Kameradin, die zu jedem Spaß aufgelegt ist und mit der man Pferde stehlen kann.
Aber sie war ganz anders angezogen als die Mädchen heutzutage. Sie trug ein buntgeblümtes Seidenkleid mit Puffärmeln, dessen Oberteil ganz eng war und dessen weiter, abstehender Rock bis zu den Waden reichte. Darunter guckten noch ein langes, mit